Liste FDG ist gewillt, in Bütgenbach Verantwortung zu übernehmen



„Der Wunsch nach Veränderung und nach neuen Köpfen im Gemeinderat ist groß in der Bevölkerung“, zeigt sich Elmar Heindrichs als aktueller Sprecher der Oppositionsfraktion „Gemeinsam für alle – Wechsel“ überzeugt. Nicht von ungefähr ist er vor einigen Monaten auf Jean-Luc Velz zugegangen. Der frühere Abgeordnete im DG-Parlament hat Weywertz seit nunmehr fast zehn Jahren zu seiner Wahlheimat erkoren. „Wir hatten ein erstes, ausgesprochen langes Gespräch“, erinnert sich Jean-Luc Velz. „Ich habe mir natürlich etwas Bedenkzeit erbeten. Schließlich mussten alle Faktoren stimmen. Die Kandidatur musste mit Familie und Beruf vereinbar sein.“

Die Mehrheit hatte in der Vergangenheit auch bei Jean-Luc Velz angeklopft.

Zunächst hatte sich der 44-Jährige mit der Ist-Situation auf Ebene der Gemeinde beschäftigt. „Was ist in der Gemeinde los? Wo sind Verbesserungen vonnöten? Ich habe mir sowohl die Arbeit der Mehrheit als auch der Opposition angesehen“, so Velz, der unumwunden zugibt, dass die Mehrheitsliste FBL in der Vergangenheit auch bei ihm angeklopft habe. „Mir ist schnell klar geworden, dass mir einige Punkte zuwider sind und die Mehrheit in einigen Akten unverständlich gehandelt hat. Meine Entscheidung war also getroffen.“

Elmar Heindrichs hatte bereits früh für sich erkannt, dass er kein weiteres Mal als Spitzenkandidat in den Wahlkampf ziehen würde. „Ich habe die letzte Legislaturperiode als sehr belastend empfunden. Es herrschte eine sehr negative Stimmung, die auch von der Mehrheit geschürt wurde. Als persönlichen Tiefschlag habe ich die Sitzung empfunden, als ich aus der Örtlichen Kommission für Ländliche Entwicklung (ÖKLE) gewählt wurde. Ich habe drei Jahre an einem Plan mitgearbeitet, den wir in Namur vorgestellt haben und der auch für gut befunden wurde, u. a. weil Mehrheit und Opposition an einem Strang gezogen haben. Dass ich rausgewählt wurde, hatte letztlich niedere Beweggründe. Die Mehrheit wollte Edgar Fink, der um getrennte und geheime Abstimmung gebeten hatte, eins auswischen.“

Ab diesem Zeitpunkt – also bereits im Jahre 2013 – war für Heindrichs klar, dass er nicht mehr als Bürgermeisterkandidat antreten werde. „Ich wollte die Liste aber weiterhin unterstützen, schließlich hatte ich 2012 das zweitbeste persönliche Resultat in der Gemeinde. Ich wollte die Liste nicht im Stich lassen.“ So kommt es, dass der Weywertzer in diesem Jahr als Listendrücker fungieren wird.

Dass die Kandidatensuche sich als derart schwierig erweisen würde, hätten allerdings sowohl Heindrichs als auch Velz nicht erwartet. Als Gründe für den Verzicht seien oft der „Zeitmangel“ sowie „das Gezänke im Gemeinderat“ angeführt worden. „Wir haben bis zur letzten Minute gekämpft“, so Velz, der letztendlich auf zehn Mitstreiter zählen kann: „Ich stehe hinter jedem einzelnen und jeder einzelne steht hinter mir.“ Von der Zusammensetzung der Liste sei er überzeugt. Allesamt würden wichtiges Wissen und einen Erfahrungsschatz mitbringen. „Mit elf Kandidaten sind wir bereit, gewillt und in der Lage, Verantwortung zu übernehmen.“ Eine Koalition schließt Velz nicht aus.

Die Namensänderung von „Gemeinsam für alle“ zu „Für deine Gemeinde“ steht für Zäsur und Neuanfang zugleich. Langjährige Ratsmitglieder würden ausscheiden. Damit käme die Liste dem Wunsch nach Veränderung aus der Bevölkerung nach. Eine Bereitschaft, die Elmar Heindrichs allerdings in den Reihen der Mehrheit vermisst. Dort seien altbekannte Köpfe zu finden. „Bei uns bilden die ausscheidenden Ratsmitglieder das Listenende. Wir stehen der Erneuerung nicht im Wege.“

Zu den Prioritäten gehören Soziales und das Familienleben. Die Liste FDG plädiert für generationsübergreifendes Zusammenwohnen. Weitere Initiativen für alleinstehende Senioren sollen geschaffen werden. Beispielsweise könnten Vereine, die Angebote für die ältere Generation schaffen, finanziell unterstützt werden.

Doch nicht auf die Senioren, sondern auch auf die Jugend soll ein Augenmerk gelegt werden. In Zusammenarbeit mit den Behörden sollen die Jugendlichen besser aufgeklärt werden und gegenüber den Gefahren der heutigen Gesellschaft gewappnet sein. Gleichzeitig sollen sie sich mehr für Politik interessieren und mitgestalten. Ein Thema, das die jungen Erwachsenen sicherlich interessieren dürfte, ist erschwingliches Bauland. Warum sich in den ausgewiesenen Wohnerwartungsgebieten in der Gemeinde Bütgenbach in den letzten Jahren nur kaum etwas getan hat, ist der Liste FDG ein Rätsel. „Es fehlt an politischem Willen und Engagement. Dabei müsste gerade die Gemeinde als Vermittler zwischen den unterschiedlichen Parteien auftreten“, findet Heindrichs klare Worte.

Zwei Zankäpfel der auslaufenden Legislaturperiode waren der Straßenbau und die Wasserpolitik. Zum erstgenannten Aspekt wünscht sich die Liste FDG eine regelmäßige Instandsetzung der Straßen. Ein Mehrjahresplan soll aufgestellt werden. Es sei ihr ein Dorn im Auge, das in diesem Wahljahr so viele Projekte durchgeführt werden, dabei sei es allgemein bekannt und sogar von Experten bestätigt worden, dass Projekte kurz vor dem Urnengang bis zu 30 Prozent teurer werden. Sowieso sollten Mehrkosten peinlichst vermieden werden. Dies sei in der Vergangenheit nur allzu oft der Fall gewesen. Die Lastenhefte müssten besser durchdacht und öffentliche Arbeiten konsequenter kontrolliert werden, damit Mängel gleich auffallen. Sowieso müsse die Finanzpolitik der Gemeinde grundlegend umgekrempelt werden. „Andere Gemeinden können direkt investieren. Wir müssen zunächst Zinsen zurückzahlen.“ Die Rückzahlungsrate sei eindeutig zu hoch, so Heindrichs.

Als früherer Leiter des Wasserdienstes der Gemeinde Büllingen hat Velz einen besonderen Blick auf die Wasserproblematik. Er hätte sich vor der Umwälzung des Wasserkonzeptes eine korrekte Rohrnetzanalyse gewünscht. Das sei auch eigentlich vor größeren Arbeiten so vorgesehen. Er ist der festen Überzeugung, dass Unannehmlichkeiten wie Rohrbrüche oder Verunreinigungen des Trinkwassers der Gemeinde dadurch erspart geblieben wären. Gerade nach solchen Vorfällen sei die Kommunikation der Gemeinde mehr als dürftig gewesen. „Die Information des Bürgers muss eine Priorität sein.“

„Interesse des Bürgers muss gegenüber Investoren vorrangig sein.“

Vorrangig sollten auch die Interessen des Bürgers gegenüber Investoren sein. Gemeint sind Streitfälle um Appartementgebäude, die der jetztigen Oppositionsfraktion GfA auch schon ein Dorn im Auge sind. Eine Entscheidung des Kollegiums, sich über das negative Gutachten des Urbanismus hinwegzusetzen, habe Velz auch in seinem Beschluss bestärkt, sich bei der Opposition zu engagieren.

Der dörfliche Charakter müsse erhalten bleiben. Aus diesem Grunde kämen schließlich die Wanderer und Radfahrer her. Der sanfte Tourismus müsse gefördert werden. Gleichzeitig bedauerte Marliese Ritter-Argembeaux, dass es in Bütgenbach keinen direkten, freien Zugang zum See gäbe. Dies würde nur zu einer Verschärfung der Verkehrssituation auf Berger Seite führen. Trotz einigen Maßnahmen habe sich dort nur kaum etwas getan. Velz ist außerdem überzeugt, dass es noch auszuschöpfende touristische Attraktionen gibt: „Wer weiß zum Beispiel, dass der US-Präsident Eisenhower in Bütgenbach übernachtet hat?“

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