Freie Bürgerliste will absolute Mehrheit in Bütgenbach



Die FBL tritt bei den anstehenden Kommunalwahlen in der Gemeinde Bütgenbach als einzige komplette Liste an. Die aktuelle Mehrheitsliste, die seit 18 Jahren im Gemeindehaus das Sagen hat, sieht sich ihrem Leitmotiv zufolge als „ein starkes Bündnis“. Bürgermeisterkandidat Daniel Franzen beschreibt die Liste als eine Art „FBL 2.0“, da zum einen in der Kontinuität der vergangenen Legislaturperioden gearbeitet wird. Aber zum anderen „die zwölf neuen und motivierten Mitstreiter frische Impulse mitbringen“.

„Jeder ist grundsätzlich Kandidat, um Verantwortung zu übernehmen“, so Franzen.

Neben Daniel Franzen stehen mit Charles Servaty und Petra Veithen zwei weitere Kollegiumsmitglieder zur Wiederwahl. Auf Platz zwei ist allerdings Karla Rauw-Herbrand gesetzt. Ob dies schon ein Anzeichen für die zukünftige Besetzung des Kollegiums sei? Die Betroffene wollte sich nicht in die Karten schauen lassen und sagte von sich, sie sei ein „geduldiger Mensch“. Sie habe in diesen Wochen bereits viel gelernt. Wohin die Reise gehe, würde erst nach den Wahlen bestimmt werden. Dies gelte im Übrigen auch für die anderen Mandate, versicherte Daniel Franzen. „Jeder ist grundsätzlich Kandidat, um Verantwortung zu übernehmen“, so der amtierende Schulschöffe, der den Wählerwillen respektieren will. Charles Servaty hielt es aber für „sehr unwahrscheinlich“, dass ein anderer Kandidat der Liste mehr Stimmen erhalten werde als Daniel Franzen, der das volle Vertrauen der FBL-Mitglieder genieße. Dass er im Falle einer Wahl zum Bürgermeister auf sein Mandat als PDG-Abgeordneter verzichten muss, wisse der Nidrumer. Er habe die Gemeinde Bütgenbach immer als seine Priorität angesehen.

Ältester Kandidat der Liste ist Hermann Langer. Der 74-Jährige aus Elsenborn hatte bereits vor sechs Jahren mit der Bildung einer Liste geliebäugelt. Laut eigener Aussage sei er 2012 an der sogenannten „Frauenquote“ gescheitert. Er habe damals als Liste zwischen den beiden Fronten auftreten wollen. Im Vergleich zu heute habe sich die Situation aber verändert. Jetzt freue er sich, mit „einem starken Team“ antreten zu dürfen.

Dass die FBL stolz auf die geleistete Arbeit in der vergangenen Legislaturperiode ist, wurde bei der Listenvorstellung im KulturCafé Burgterrassen in Berg deutlich. Daniel Franzen ließ es sich nicht nehmen, die realisierten und unterstützten Projekte aufzulisten. Charles Servaty merkte an, dass die Mehrheit „eine ordentliche Bilanz“ vorzuweisen habe. Dass „keine sechs Jahre Däumchen gedreht wurde“, habe sich außerdem positiv auf die Kandidatensuche ausgewirkt. Mit jedem Kandidat, der hinzukam, wuchs das Vertrauen und ebenso das Team. Und mit dieser Mannschaft will die FBL in den nächsten Jahren einiges erreichen.

Die Kommunikation soll verbessert werden.

„Neben der aktiven Begleitung und Umsetzung der bereits auf den Weg gebrachten Projekte hat die FBL sich eine ganze Reihe zukunftsorientierter und auch realistischer Ziele für die nächste Legislaturperiode gesteckt“, kündigte Franzen an. So sollen Initiativen im Bereich der Kommunikation – „intern, aber auch nach außen hin, mit und für den Bürger“ – Usus werden, sei es beim „Dienst am Bürger“ bzw. an einem Verein oder einer Organisation, als auch bei der Bürgerbeteiligung. Franzen gab zu, dass die Kommunikation „nicht immer klar und einfach war“, die FBL aber an diesem Punkt arbeiten werde. Die Digitalisierung wird in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle spielen. Angedacht ist eine Modernisierung der Verwaltung, eine Vermittlung der Medienkompetenzen in Schulen sowie neue Wege der Kommunikation mit dem Bürger. So ist beispielsweise eine Smartphone-App denkbar.

Die Bürgerbeteiligung soll weiterhin gefördert werden, indem bei Versammlungen zu Großprojekten die Bevölkerung und die Beteiligten an einen Tisch gesetzt werden.

In den Themenfeldern Energie und Umwelt sowie Familie und Soziales sieht die FBL große Potenziale, die aber laut eigener Aussage gleichzeitig eine Herausforderung darstellen. Als konkrete Maßnahme sieht Daniel Franzen eine Vereinfachung des Energiekatasters. Es sei mit energetischen Sanierungen in öffentlichen Gebäuden bereits viel getan worden, allerdings gäbe es auch weiterhin Einsparungspotenzial. So könnte er sich ein Netzwerk vorstellen, das den genauen Verbrauch der öffentlichen Bauten zeigt und Fernschaltungen möglich macht. Des Weiteren könnten diese Gebäude mit Fotovoltaik-Anlagen ausgerüstet werden. Auch Ladestationen für E-Bikes oder Elektroautos wären Optionen.

Regelmäßig von der Opposition kritisiert wurde die aktuelle FBL-Mehrheit für ihre Finanzpolitik. Vorwürfe, die Franzen allerdings von der Hand zu weisen wusste: „Der nach wie vor weitsichtige Umgang mit den Gemeindefinanzen, das vernünftige Nutzen von Sammelankäufen, um kostengünstiger einzukaufen, oder die Anfrage von Zuschüssen, um die Gemeindefinanzen weniger zu belasten, bleiben eine Selbstverständlichkeit.“

Der Bürgermeisterkandidat kündigte außerdem eine Modernisierung bzw. eine Anpassung der Prämienregelung im Bereich der Altbausanierung an. Ergänzend erklärte Servaty, dass entgegen anderslautender Meinungen, die Bautätigkeit in der Gemeinde Bütgenbach weiterhin hoch sei: „Obwohl das Bauland knapp ist und einige Familien auf ihren Baustellen ‚sitzen‘, heißt es nicht, dass in der Gemeinde Bütgenbach nicht gebaut wird oder nicht mehr gebaut werden kann.“ Erhebungen würden dies bestätigen.

Dass die Prozedur zur Erschließung der früheren Wohnerwartungsgebiete nur schleppend vorangehen würde, bedauerte der zuständige Raumordnungsschöffe. Gleichzeitig zeigte sich Servaty offen für Verstädterungsprojekte. Drei Parzellierungen habe die FBL bereits durchgeführt. In allen Fällen war es Gemeindeland. Allerdings sei die Gemeinde Bütgenbach auch bereit, Gelände zu erwerben, um dieses dann in eine Verstädterung umzuwandeln. Andere Eifelgemeinden hätten es schließlich vorgemacht. Die Gelegenheit habe sich die letzten Jahre nie geboten. „Wir sind dafür aber zu haben.“