Mobilfunkantennen: Bütgenbach gibt Räumungsklage in Auftrag


Bereits vor geraumer Zeit hatte die Gemeinde Bütgenbacher den Mietvertrag mit den Betreibern der Antennen am Bütgenbacher Wasserturm gekündigt, damit die Anbieter sich im Kirchturm niederlassen. Mobistar bzw. deren Nachfolgegesellschaft Ericsson scheint dies jedoch wenig zu kümmern, denn selbst unter Androhung einer Räumungsklage, machte das Unternehmen keine Anstalten, das Gebäude zu verlassen. Die Gemeinde Bütgenbach sah sich daher gezwungen, auch auf Ratschlag ihres Rechtsbeistandes, den Worten Taten folgen zu lassen und eine Räumungsklage anzustrengen. Den diesbezüglichen Beschluss fasste das Kollegium dringlichkeitshalber am 10. Januar. Der Gemeinderat musste diesen Beschluss am Mittwochabend lediglich bestätigen. Bürgermeister Emil Dannemark ging davon aus, dass dies kein Problem sein sollte, schließlich seien sich in dieser Angelegenheit alle einig. Doch weit gefehlt. Edgar Fink (GFA-Wechsel) stellte zunächst die Dringlichkeit infrage. Diese sei in seinen Augen nicht gegeben. Bürgermeister Dannemark begründete diese erneut mit der Annahme des allgemeinen Konsenses in dieser Sache. Außerdem hätte man nicht noch mehr Zeit verlieren wollen.
Maurice Christen (GFA-Wechsel) rollte in diesem Zusammenhang nochmals die gesamte Mobilfunkproblematik auf. Seit dem gemeinsamen Schreiben der Gemeinden Bütgenbach und Amel an die Mobilfunkanbieter habe sich wenig getan. Es herrsche „Funkstille“, fügte Edgar Fink an. In diesem Brief hatten die Gemeinden zwei Standorte (Bütgenbacher Heck und Gewerbezone Schoppen) für neue Mobilfunkantennen vorgeschlagen.
Emil Dannemark konnte die Oppositionspolitiker jedoch besänftigen. Zwar sei die Gemeinde Amel in dieser Frage federführend, jedoch wisse er, dass sich sehr wohl etwas tut: „Ein Anbieter interessiert sich für den Standort Schoppen und möchte ihn näher bearbeiten.“ Der Bürgermeister äußerte diesbezüglich seine Zufriedenheit, schließlich sei das ländliche Gebiet leider keine Priorität für die Anbieter. Und sollte dieser Anbieter sein Vorhaben umsetzen, könnten bzw. müssten sich die übrigen Firmen dem anschließen, da die Antennen gruppiert sein müssen.
Dass die Gemeinde Rückmeldung erhalten habe, stimmte Maurice Christen positiv. Jedoch warf er die Frage auf, ob der Standort Bütgenbacher Heck für beide Gemeinden nicht besser sei, schließlich befinde sich dieser, laut seinen Angaben, 35 Meter höher. Wie im Nachhinein herausstellen sollte, sind es sogar 45 Meter Höhenunterschied.
Christens Aussagen entgegnete Dannemark, dass man den Betreibern nach der gemeinsamen Sitzung zwei Standorte vorgeschlagen habe, über die Einigkeit herrschte. „Wir können froh sein, wenn sie überhaupt einen nehmen“, so der Bürgermeister. Edgar Fink nahm jedoch Anstoß an der Tatsache, dass die Antenne auf dem Gebiet der Gemeinde Amel zu stehen käme. Er machte darin einen vermeintlichen Nachteil für Bütgenbach aus. „Für Bütgenbach ist nichts herausgekommen. Wir hinken hinterher“, sagte er und forderte erneut ein Mobilfunkkataster, das für Klarheit über die besten Empfangsmöglichkeiten sorgen soll. Jedoch vertrete der Bürgermeister dieses Kataster in seinen Augen nicht ausreichend. „Sie sollten mehr Tatkraft an den Tag legen“, forderte er den Bürgermeister auf. Dieser hatte jedoch nur Kopfschütteln für Finks Aussagen übrig: „Das ist nicht redlich, was sie da veranstalten. Die beiden Standorten gewährleisten eine bessere Netzabdeckung. Da waren wir uns alle einig. Und jetzt so zu handeln, nur weil Schoppen bevorzugt wird, finde ich sehr unredlich.“

 

 

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