Hunderte Erdbeben auf Island deuten auf möglichen Vulkanausbruch hin

<p>Die Blaue Lagune in der Nähe der evakuierten Stadt Grindavik</p>
Die Blaue Lagune in der Nähe der evakuierten Stadt Grindavik | Foto: belga

Der Experte Bjarki Kaldalóns Friis von der Wetterbehörde sagte aber, die Zahl der Erschütterungen habe im Vergleich zum Vortag abgenommen. Sie seien zudem nicht mehr so schwer. Dennoch würde es nach Angaben von Wissenschaftlern zu einem Vulkanausbruch kommen, falls die Erdbeben andauerten.

Vorsorglich war der Ort Grindavík mit etwa 3.700 Einwohnern in der Nacht evakuiert worden. Auch das nahegelegene Geothermalbad Blaue Lagune, eine der größten Touristenattraktionen der Insel im Nordatlantik, wurde geschlossen. Der Flugverkehr zum internationalen Airport Keflavik war aber nicht betroffen.

Der genaue Zeitpunkt eines Vulkanausbruchs auf der Reykjanes-Halbinsel südwestlich der Hauptstadt Reykjavik könne nicht vorhergesagt werden, sagte Friis. Auch der genaue Ort könne nur geschätzt werden. Der Magmatunnel verlaufe nun unter Grindavík. Es sei aber möglich, dass die Eruption unter dem Meer stattfinden werde.

Der erneute Erdbebenschwarm hatte vor knapp zweieinhalb Wochen begonnen. Seitdem kam es zu Tausenden Beben. Auf der Halbinsel war es bereits 2021, 2022 sowie in diesem Sommer zu Vulkanausbrüchen gekommen. Sie hatten sich jeweils mit längeren Erdbebenserien angekündigt. Eine Gefahr für bevölkerte Gegenden bestand bei allen drei Eruptionen nicht. (dpa/lsk)

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