Zum Auftakt traten am Sonntag in der Gemeinde Tibú nahe der venezolanischen Grenze die Unterhändler der Regierung und der Farc-Dissidentengruppe Estado Mayor Central zusammen, wie das kolumbianische Hochkommissariat für Frieden mitteilte. In einer gemeinsamen Erklärung hieß es, dass ab Montag (Ortszeit) die Offensivaktionen eingestellt würden, das Waffenstillstandsdekret aber erst am 16. Oktober erlassen werde. Der Grund dafür ist, dass vorher noch einige Fragen geklärt werden müssten. Zur Dauer des Waffenstillstands wurden keine Angaben gemacht.
Begleitet werden die Verhandlungen von den Vereinten Nationen, der Organisation Amerikanischer Staaten, der katholischen Kirche, der EU, Norwegen, der Schweiz, Irland und Venezuela. Nach dem Friedensabkommen zwischen Kolumbien und der linksgerichteten Farc 2016 spaltete sich der Estado Mayor Central von der damals größten Rebellengruppe des Landes ab und blieb im Untergrund. Heute handelt es sich bei der Organisation vor allem um eine kriminelle Vereinigung, die in Drogenhandel, illegalen Bergbau und Schutzgelderpressung verwickelt ist.
Kolumbien litt 52 Jahre lang unter einem Bürgerkrieg zwischen linken Rebellen, rechten Paramilitärs und dem Militär. 220 000 Menschen kamen ums Leben, Millionen wurden vertrieben. Zwar hat sich die Sicherheitslage nach dem Friedensabkommen zwischen der Regierung und der Farc verbessert, allerdings werden noch immer Teile des südamerikanischen Landes von illegalen Gruppen kontrolliert. Derzeit laufen auch Friedensgespräche mit der Guerillaorganisation ELN. Präsident Gustavo Petro hat auch andere kriminelle Banden, Rebellen und Paramilitärs zu Verhandlungen eingeladen. (dpa/calü)

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