Politisch-demokratische Bildung in der DG: „Mehr denn je unser Ziel, Kompetenzen zu vermitteln“

<p>Bildungsministerin Lydia Klinkenberg (ProDG) ruft zum Tag der Demokratie am 15. September das Schuljahr der politisch-demokratischen Bildung aus.</p>
Bildungsministerin Lydia Klinkenberg (ProDG) ruft zum Tag der Demokratie am 15. September das Schuljahr der politisch-demokratischen Bildung aus. | Illustrationsbild: dpa

„In einer Zeit, in der gesellschaftliches Engagement und politisches Bewusstsein immer wichtiger werden, ist es mehr denn je unser Ziel, Schülerinnen und Schülern demokratische und nachhaltigkeitsorientierte Handlungskompetenzen zu vermitteln. Das geschieht in der Deutschsprachigen Gemeinschaft bekanntlich fächerübergreifend“, wird die Ministerin in einer diesbezüglichen Mitteilung zitiert. Weiter heißt es darin, dass die Fachberatung für politisch-demokratische Bildung im vergangenen Schuljahr ihren Dienst aufgenommen habe. Ihr Auftrag sei es, die Grund- und Sekundarschulen gezielt bei der fächerübergreifenden Vermittlung von politisch-demokratischen Kompetenzen und der Bildung zur nachhaltigen Entwicklung zu unterstützen. Dazu biete die Fachberatung nicht nur Unterrichtsmaterialien und Handreichungen an, sondern auch eigene Aktivitäten oder Aktivitäten mit externen Anbietern, interne Weiterbildungen für Lehrkräfte und Weiterbildungen mit externen Referenten. Darüber hinaus unterstütze sie Schulleitungen, Middle Manager und Lehrkräfte bei der Entwicklung von schulinternen Konzepten zur demokratischen und nachhaltigen Schulentwicklung.

Im Auftrag der Bildungsministerin hätten die beiden Fachberatungen in diesem Schuljahr unter dem Motto „Die Welt von morgen in unseren Händen“ zudem eine Vielzahl von Aktivitäten, Workshops und Veranstaltungen zusammengetragen und erstellt. Das Ziel bestehe darin, sowohl die Schüler, Lehrpersonen, Schulleitungen und Eltern als auch die ostbelgische Gesellschaft im Allgemeinen für den fachübergreifenden und fächerverbindenden Ansatz der politisch-demokratischen Bildung in Ostbelgien zu sensibilisieren.

Lydia Klinkenberg erläutert in dem Schreiben: „Politisch-demokratische Bildung beschränkt sich nicht auf die Kenntnisse über Lokal- oder Regionalpolitik. Die Themen sind überaus vielfältig und umfassen z. B. Demokratie und Menschenrechte, Nachhaltigkeit, Umweltbildung und Umgang mit Ressourcen, Gesundheit, Geschlechter und Gleichstellung, globale Entwicklung und Frieden, kulturelle Identitäten und interkulturelle Verständigung, Wirtschaft, Konsumverhalten und vieles mehr. Durch den fächerübergreifenden und sehr praxisorientierten Ansatz werden für die Schülerinnen und Schüler die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Themenfeldern greifbarer. Durch diese breite Auseinandersetzung mit den Themen fördern wir das interdisziplinäre Denken der Schülerinnen und Schüler und bereiten sie auf ihre Rolle als aktive, mündige Bürger vor.“

Konkret umfasse das Angebot des Themenschuljahres rund 35 inner- und außerschulische Angebote. Beispielsweise erwartet im Themenpaket „Nachhaltigkeitszauber“ die Primarschüler Rollenspiele, Kochaktivitäten, Planspiele, Umweltklassen im Naturzentrum Haus Ternell uvm. Weitere Themenpakete sind „Fair handeln und kommunizieren“ und „Zu jung für Politik?“. Die Fachberatung bietet zudem in Zusammenarbeit mit Chudoscnik Sunergia die Buchung des Theaterstücks „Wahrhaft krumme Balken“ vom Echtzeit Theater Münster an.

Auch für die Sekundarschüler sind die Angebote vielfältig: Im Themenpaket „Politik, what’s up?“ befassen sie sich in verschiedenen Workshops mit den Wahlen und der Demokratie sowie Wettbewerb und Konkurrenz. Im Rollenspiel „Democracity“ können sie in die Rolle von Parlamentariern schlüpfen und im Argumentationstraining mit Dr. Stefan Kirschgens lernen sie, wie sie sich gegen „coole Sprüche“, Vorurteile und Rassismus verbal behaupten können.

Auch bewährte Angebote wie der alljährliche Schülerwettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung, bei dem eine Klasse des Robert-Schuman-Instituts kürzliche einen ersten Platz machte und nach Berlin reiste, um dort den Bundeskanzler zu treffen, ist Teil des Themenschuljahrs. Nennenswert ist auch der Wettbewerb der Königin Paola-Stiftung, der Preis Focus Erde, bei dem die Schüler der technisch-beruflichen Abteilungen mit ihren Ideen und Projekten im Rahmen von Qualifikationsarbeiten punkten können.

Beim regionalhistorischen Schülerwettbewerb möchte der Geschichts- und Museumsverein Zwischen Venn und Schneifel St.Vith Schülerinnen und Schüler ermutigen, sich im Rahmen ihrer wissenschaftlichen Abschlussarbeit mit regionalhistorischen Themen auseinanderzusetzen, innovative Fragen an die Lokalgeschichte zu stellen und diese kreativ zu beantworten.

Auch für die Lehrpersonen sind einige Angebote dabei: In diesem Jahr bietet das Zentrum für Ostbelgische Geschichte zum ersten Mal den ostbelgischen Geschichtslehrertag an. Dieser findet am 25. Oktober statt.

Frau Prof. Dr. Bettina Zurstassen von der Universität Bielefeld referiert zum Thema „Politisch demokratische Bildung in den Primarschulen Ostbelgiens“. Auch Herr Hans Georg-Lambertz wird einen Vortrag halten. Dabei geht es um die Nutzung des Schülerwettbewerbs der Bundeszentrale für politische Bildung als ein Instrumentarium der Projektarbeit im Unterricht mit anschließender Diskussion. Beide Vorträge sind öffentlich. Die Daten werden noch bekannt gegeben, heißt es in der Mitteilung abschließend. (red/kupo)

Zu den Angeboten des Themenjahres: www.ostbelgienbildung.be/politischebildung

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