In der hiesigen Medienlandschaft sei in den letzten Tagen sehr rege über die Tatsache diskutiert worden, dass die Zahl der Ärztinnen und Ärzte, die keine der drei Landessprachen in Belgien sprechen, in den letzten Jahren stark zugenommen habe. Das beunruhige mehrere Ärzte und Verbände, aber auch die Politik im Inland, da man der Meinung sei, dass die Kommunikation zum Patienten nicht ausreichend gewährleistet werden könne. Dabei sei wichtig, dass der Patient ein möglichst umfassendes Bild von der Diagnose und der entsprechenden Therapie bekomme. Der föderale Gesundheitsminister Frank Vandebroucke (Vooruit) habe inzwischen Maßnahmen angekündigt, die das Recht der Patienten auf eine Behandlung in ihrer Muttersprache stärken solle, heißt es.
„Bereits bei der Vorgängerin Maggie De Block (Open VLD) habe ich mehrfach versucht, die strengere Auslegung des Gesetzes über die Patientenrechte zu erwirken, damit die Behandlung der Deutschsprachigen in ihrer Muttersprache gewährleistet wird“, zitiert die Mitteilung den Minister. Das Gesetz sehe zudem bereits vor, dass die Kommunikation mit dem Patienten in einer für ihn verständlichen Sprache stattfinden müsse. Das umfasse auch die Muttersprache. „Ich finde, dass es oft schwierig genug ist, sich in seiner Muttersprache mit dem Arzt zu verständigen – geschweige denn in einer Fremdsprache. Leider weigerte man sich bisher, das Gesetz enger zu fassen. Dabei hat der belgische Patient ein Recht darauf, in seiner Muttersprache behandelt zu werden – und das gilt ganz sicher auch für die Ostbelgier“, so Antoniadis.
Der SP-Politiker vermute, dass die ehemalige Gesundheitsministerin der Diskussion um die Neuauflage des IZOM-Abkommens aus dem Weg gehen wollte. „Denn es ist klar, dass nicht jede Behandlung auf Deutsch in Belgien möglich ist. Also bestand ich und bestehe ich weiterhin darauf, dass im Sinne der Gesetzgebung über die Patientenrechte dies im benachbarten Deutschland ermöglicht wird. Das wurde bisher nur bedingt durch die Ostbelgien-Regelung ermöglicht, aber nicht mehr in dem Umfang wie zu IZOM-Zeiten“, moniert der Minister, der in der aktuellen Debatte rund um den Respekt der Landessprachen in der medizinischen Versorgung die Hoffnung habe, dass sein Kollege Vandenbroucke die Patientenrechte in diesem Sinne stärke. Aus diesem Grund habe Antoniadis Vandenbroucke bereits seine Unterstützung in dieser Angelegenheit angekündigt und plädiere dafür, dass die Teilstaaten in die Überlegungen des Föderalministers einbezogen würden, heißt es abschließend in dem Kommuniqué. (red/kupo)

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