Nacer Bendrer war von der Jury als Mittäter eingestuft worden, weil er Nemmouche die Waffen für den Terroranschlag besorgt haben soll. Man könne die beiden Angeklagten nicht auf die selbe Stufe stellen, befand der Anwalt von Nacer Bendrer am Montag: „Nacer Bendrer wuchs in einer liebevollen Familie auf, die ihn bis heute nicht hat fallen lassen“, so Gilles Vanderbeck. „Er ist sozial, freundlich, hat viele Freunde und eine Partnerin. Er ist nicht kühl und zynisch wie Nemmouche. Bendrer ist auch nicht radikalisiert, war kein Antisemit, ging nicht nach Syrien und schoss nie auf unschuldige Menschen. Er war nicht am Tatort, er drückte nicht ab. Er wollte das nicht und verurteilt diesen Angriff.“
Bendrer sei bereits durch das Etikett „Terrorist“, das man ihm aufgedrückt habe, schwer verurteilt worden: „Das wird ihn für den Rest seines Lebens verfolgen“, argumentierte der Anwalt. „Es wird Folgen für seinen Aufenthalt im Gefängnis haben, für die Zeit, in der er vorzeitig entlassen werden kann. Vergessen Sie nicht, dass er seine Strafe in Frankreich absitzen wird, wo das Regime viel strenger sein wird.“
Der Generalstaatsanwalt hat eine lebenslange Haftstrafe für den Hautangeklagten Mehdi Nemmouche und mindestens 30 Jahre Haft für Nacer Bendrer gefordert. Die Jury möchte am Montag eine Entscheidung über das Strafmaß fällen.
Am 24. Mai 2014 waren das Paar Emmanuel und Miriam Riva sowie die Museumsangestellten Dominique Sabrier und Alexandre Strens bei dem Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel ums Leben gekommen. (belga)

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