Unia: Aalster Karnevalsgruppe hat keine Gesetze verletzt

<p>Der Karneval in Aalst ist dafür bekannt, gerne mal Grenzen zu überschreiten - auch die des guten Geschmacks.</p>
Der Karneval in Aalst ist dafür bekannt, gerne mal Grenzen zu überschreiten - auch die des guten Geschmacks. | belga


Die Gruppe hatte viel Kritik seitens der Jüdischen Gemeinschaft einstecken müssen. Der Prunkwagen mit dem Thema „Sabbatjahr“ zeigte zwei Puppen mit Schläfenlocken und Hakennase, die offensichtlich orthodoxe Juden darstellen sollten, auf einem gefüllten Geldschrank, was das Klischee des geldgierigen Juden bedienen sollte. Die jüdische Gemeinschaft vermutete antisemitische Motive hinter der Darstellung und hatte Beschwerde beim Zentrum für Chancengleichheit (Unia) eingereicht.

Auch bei der Europäischen Kommission und bei der Unesco hatte der Karnevalswagen Empörung ausgelöst. Die jüdische Gemeinschaft verlangte eine Entschuldigung, die Föderalregierung wurde aufgefordert, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen. Einflussreiche jüdische Organisationen drohten mit dem Ausstieg aus dem Antwerpener Diamantensektor, der sich größtenteils in jüdischer Hand befindet.

Das Zetrum für Chancengleichheit hat derweil entschieden, nicht gegen die betreffende Karnevalsgruppe vorzugehen. Dies sei nicht zu begründen, so Unia: „Wir haben die Gesetzgebung geprüft und unserer Meinung nach findet alles im Rahmen des Gesetzes statt. Wir verstehen sehr gut, dass sich einige Menschen verletzt fühlen, aber es liegen keine bösartigen Absichten zugrunde.“ Unia möchte stattdessen in der kommenden Woche zwischen dem Stadtrat von Aalst und der jüdischen Gemeinschaft vermitteln. (belga)

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