„Jesus ist den Weg der bedingungslosen Liebe gegangen. Er hat einen Entschluss gefasst und ihn bis zum Äußersten durchgeführt“, sagt der Erzähler Norbert Schröder.
Kelmiser Passionsspiele werden frischer, moderner und weiblicher
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„„Jesus ist den Weg der bedingungslosen Liebe gegangen. Er hat einen Entschluss gefasst und ihn bis zum Äußersten durchgeführt“ sagt der Erzähler Norbert Schröder. Die Haltung Jesus, einer bedingungslosen Liebe des Schöpfers zu seinen Geschöpfen, ist der rote Faden, der sich durch das diesjährige Passionsspiel zieht.“
Nun ja, abgesehen davon, dass man vom Leben des historischen Jesus (falls es ihn tatsächlich gegeben hat) neben den Dichtungen einer wenig kohärent zusammengeflickten Bibel kaum etwas weiß und die Menschen eher keine „Geschöpfe“, sondern Ergebnis einer durch Zufall und Notwendigkeit bedingten millionen Jahre währenden Evolution sind, scheint der Erzähler die Bibel offensichtlich nicht gelesen zu haben.
Diese berichtet nämlich „mehr als hundertmal von durch Gott befohlenem Mord und Völkermord sowie von 600 weiteren Morden und Massenmorden und rund 1000 Zorn- u. Strafaktionen eines blindwütigen Gottes.“ (P. Führer)
Die vermeintliche bedingungslose Liebe des Schöpfers zu seinen Geschöpfen sieht anders aus und ist eines der verklärten und destillierten Märchen, die in den Kirchen voller Scham gelehrt werden, um von den in der Bibel genüsslich zelebrierten göttlichen Greueltaten abzulenken.
Die bedingungslose Liebe Gottes wurde den Opfern der Kreuzritter, der heiligen Inquisition, gottesfürchtiger Hexenverbrenner, verblendeter Islamisten, übergriffiger Diener Gottes, dogmatischer Glaubenswahrheitshüter,… nicht zuteil.
Von den 6 Millionen ermordeter Juden ganz zu schweigen. Da war wohl eher bedingungsloses himmlisches und vatikanisches Wegschauen angesagt.
Statt folkloristische Passionsspiele abzuhalten - oder zumindest daneben - wäre eine kritische Auseinandersetzung mit der „Heiligen Schrift“, mit deren ethisch/moralischem Wert, deren Glaubwürdigkeit und nicht zuletzt der Frage, inwieweit ein christliches Weltbild mit einer naturalistisch-humanistischen Weltanschauung, die unsere aufgeklärten Gesellschaften prägen, überhaupt noch vereinbar ist, sinnvoller.
Herr Leonard,
Seid wann ist die katholische Kirche mitverantwortlich für den Holocaust?
Dass die katholische Kirche für Verbrechen gegen die Menschlichkeit (Formulierung im Straftatbestand des Völkerstrafrechts) mitverantwortlich ist in direkter Täterschaft steht wohl ausser Frage.
Aber der Holocaust?
Der Vorsitzende des Zentralrates der Juden, Paul Spiegel, meinte einst, dass aktive Christen mehr gegen die Judendeportation hätten tuen sollen, aber eine direkte Täterschaft wurde verneint.
Es wundert mich immerwieder, wie linke Zeitgenossen bestimmte Massenmorde und Komplizenschaften in Verbindung bringen, die nichts miteinander zu tuen haben.
Vielleicht um indirekt von eigenen Massenmorden in sozialistischen Systemen im 20.Jahrhundert abzulenken?
Passionsspiele sollte man in unserer sakularisierten Gesellschaft nehmen wie es eben ist: es sind Darstellungen von Leienschauspielern, die in unseren Breiten zum Kulturangebot gehören.
Wer will kann hingehen.
Ich wünsche den Kelmisern eine gelungene Darbietung.
Herr Scholzen, von "Mitverantwortung" war nie die Rede, sehr wohl aber von "Wegschauen".
Anderen Menschen Worte in den Mund legen... nanana...
Wenn der/die/das Gott doch bedingungslos liebt, warum lässt er dann eigentlich soviel unsägliches Leid zu?
Da wird nachgestellt, wie jemand bei lebendigem Leib an ein Kreuz genagelt und abgestochen wird, nachdem man ihn stundenlang durch die Straßen gefoltert hat, und einigen fällt nichts besseres ein, als von dieser Horrorgeschichte ein Theaterstück zu machen... Das nennt man dann blumig die "Passionsspiele".
Eine Religion, deren Symbol ein Folter- und Tötungswerkzeug ist, will uns die Moral predigen. Alles klar.
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