Die Kreditwürdigkeit werde weiter mit „BBB“ bewertet, teilte Fitch mit. Die aktuelle Note liegt zwei Stufen über dem sogenannten Ramschniveau. Die Agentur droht Italien jedoch mit einer Herabstufung. Der Ausblick für die Kreditwürdigkeit bleibt „negativ“. Die Bonitätswächter begründen die Note und den negativen Ausblick mit einer Reihe von Schwächen der italienischen Wirtschaft. Sie verweisen auf den hohen Schuldenstand, das Ausbleiben von strukturellen Anpassungen im Haushalt und die politische Risiken. Zudem bleibe das Wirtschaftswachstum sehr schwach und es gebe weiterhin Risiken im Bankensektor. Positiv seien die diversifizierte Wirtschaft und niedrige Schulden in der Privatwirtschaft.
Tatsächlich dürfte die Entscheidung von Fitch aber nur eine kurzfristige Verschnaufpause für Italien sein. Die Finanzmärkte schauen sehr kritisch auf Italien. Die Ausgabenpolitik der Regierung hat das Vertrauen belastet. Die Einigung mit der EU-Kommission im Haushaltsstreit hat nur für eine kurzzeitige Erleichterung gesorgt. Die Regierung hat der EU ein Haushaltsdefizit von 2,04 Prozent im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt versprochen, anstatt der ursprünglich vorgesehenen 2,4 Prozent. Die Wachstumsabschwächung dürfte das Erreichen dieses Ziels aber unmöglich machen. So war Italien im vierten Quartal in eine Rezession gerutscht. Die Prognose für das Wirtschaftswachstum senkte Fitch von bisher 1,2 Prozent auf 0,3 Prozent. Die italienische Regierung war in ihrem Haushaltsentwurf von 1,0 Prozent ausgegangen. Fitch erwartet in diesem Jahr ein Defizit von 2,7 Prozent. Italien hat mit einem Gesamtschuldenstand von 130 Prozent im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt den höchsten Wert in der Eurozone nach Griechenland. Die Noten der Ratingagenturen sind für Investoren von Staatsanleihen sehr wichtig. Hinzu kommt, dass die Europäische Zentralbank keine Ramschanleihen akzeptiert, damit die Staatsanleihen bei Refinanzierungsgeschäften hinterlegt werden können. (dpa)
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