Bezahlen ohne Scheine und Münzen gewinnt für Verbraucher im Euroraum nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) zunehmend an Bedeutung. Zwar ist Bargeld immer noch das am häufigsten verwendete Zahlungsmittel an der Ladenkasse, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie der EZB hervorgeht. Doch gemessen am Wert übertrafen Kartenzahlungen erstmals Scheine und Münzen. Die Corona-Pandemie habe den Trend zu elektronischen Zahlungsmitteln beschleunigt. Eine Mehrheit der Verbraucher bevorzuge nun elektronische Zahlungsmittel.
Der Studie zufolge wurden in diesem Jahr 59 Prozent der Transaktionen am Verkaufsort in bar abgewickelt – in Belgien lag der Wert durchschnittlich bei 45 Prozent. Vor drei Jahren waren es noch 72 Prozent - hierzulande waren es damals 57 Prozent.
Scheine und Münzen sind laut der EZB-Studie demnach weiterhin das am häufigsten verwendete Zahlungsmittel in Geschäften bei kleineren Summen. Die Mehrheit der Verbraucherinnen und Verbraucher (60 Prozent) hält es für wichtig, Bargeld als Zahlungsoption zu haben, um den Überblick über ihre Ausgaben zu behalten und ihre Privatsphäre zu schützen.
Größere Beträge zahlen Verbraucherinnen und Verbraucher im Euroraum dagegen am häufigsten mit Karte. Der Anteil der Zahlungen mit Karten an den Transaktionen stieg im Vergleich zur letzten Befragung 2019 um 9 Prozentpunkte auf 34 Prozent. Hierzulande haben Kartenzahlungen zuletzt 48 Prozent der Transaktionen ausgemacht. Damit ist Belgien eines der vier Länder des Euro-Systems, in denen Kartenzahlungen wichtiger geworden sind als Bargeld.
Mobiles Bezahlen zum Beispiel mit dem Smartphone gewinnt bei den Menschen im Euroraum der EZB zufolge zwar an Bedeutung. Der Anteil liegt aber bislang nur bei 3 Prozent der Transaktionen und bei 4 Prozent des Wertes. Der Anteil der Online-Käufe an allen täglichen Transaktionen im Euroraum stieg auf 17 Prozent gegenüber 6 Prozent im Jahr 2019. Auch in Belgien sind Online-Zahlungen auf dem Vormarsch. Der Anteil des Online-Zahlungsverkehrs am gesamten Zahlungsverkehr stieg von 13 Prozent auf 24 Prozent. Die Zahl der Verkaufsstellen, die keine Banknoten oder Münzen mehr annehmen, ist in Belgien von 2 Prozent im Jahr 2019 auf heute 5 Prozent gestiegen.
„Die EZB setzt sich dafür ein, dass die Verbraucher sowohl jetzt als auch in Zukunft frei wählen können, wie sie bezahlen wollen“, versicherte Direktoriumsmitglied Fabio Panetta. „Mit unserem Bekenntnis zum Bargeld und unserer laufenden Arbeit an einem digitalen Euro wollen wir sicherstellen, dass das Bezahlen mit öffentlichem Geld immer eine Option ist.“ (belga/dpa/calü)

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