Gewiss, erwarten Sie nicht von mir, werter Herr Heinen, dass ich in wenigen Zeilen all Ihre Fragen beantworte. In meinem Eingesandt vom 23. November ging es mir vor allem um die aktuelle Diskussion in Frankreich über das verwerfliche „Kulturerbe“ Stierkampf. Inzwischen sind sie allerdings im Aubeler Schlachthof und bei den Wölfen in Ostbelgien angelangt. Ich bemühe mich dennoch.
Tiertransporte: Auch ich befürworte die Vermeidung dieser unsinnigen Transporte quer durch Europa und deren qualvolle Überfahrt in islamische Länder, wo sie in sogenannten Schlachthöfen zum Schafott geschleift werden, um nach der Schächtung langsam auszubluten. In manchen Ländern Europas gibt es bereits sogenannte „mobile Schlachthöfe“, die den EU-Hygienevorschriften entsprechen.
Schlachthof Aubel: Die Fasnk ist für die Sicherheit der Nahrungsmittelkette zuständig und nicht für das Tierwohl in den Schlachthöfen. Dennoch kann sie auch Verstöße gegen das Tierschutzgesetz (Fälle von Misshandlung beispielsweise) der UBEA melden. Das Problem in Aubel war kein Tierschutzproblem.
Wölfe: Immer mehr Landwirte beklagen zu Recht den Verlust von Nutztieren durch Angriffe von Wölfen auf Schafe, Kälber u. a. Durch eine Überarbeitung der Flora-Fauna-Habitat-Richtline soll der Wolfsbestand künftig stärker reguliert werden. Schätzungen gehen davon aus, dass es in der EU inzwischen etwa 19.000 frei lebende Wölfe gibt. Und zufällig gestern (27.11.) hat das Europäische Parlament einen gemeinsamen (!) Entschließungsantrag zum Schutz der Viehwirtschaft in Europa verabschiedet. Der Wolf wird auch weiterhin unter strengem Schutz stehen, aber die Koexistenz mit der Landwirtschaft soll durch eine Reihe von Maßnahmen verbessert werden. Dazu gehört nicht nur die Finanzierung von Entschädigungszahlungen, sondern auch „dass der Schutzstatus von Wolfspopulationen in bestimmten Regionen geändert werden kann, sobald der gewünschte Erhaltungszustand erreicht ist.“ Gerne können wir unsere Diskussion an anderer Stelle fortführen.
Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren