Gegen alle Widerstände: Schalke und Bochum kämpfen um Ende der Auswärtsmisere

<p>Trainer Thomas Reis fordert von den Fußball-Profis des FC Schalke 04 einen kraftvollen Auftritt, um nach sechs Niederlagen in Serie den letzten Platz in der Bundesliga-Tabelle zu verlassen.</p>
Trainer Thomas Reis fordert von den Fußball-Profis des FC Schalke 04 einen kraftvollen Auftritt, um nach sechs Niederlagen in Serie den letzten Platz in der Bundesliga-Tabelle zu verlassen. | Foto: David Inderlied/dpa

Ein Auswärtssieg mit Schalke 04? Die Aufgabe scheint schier unlösbar für Thomas Reis. 34 Partien in Folge haben die Königsblauen nicht mehr in der Fremde gewonnen und drohen im Aufsteiger-Duell bei Werder Bremen den historischen Negativrekord des Karlsruher SC von 1981 einzustellen. Doch damit will sich der neue Trainer des Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga keinesfalls abfinden.

„Wichtig ist, dass man als Trainer vorangeht“, sagte Reis vor der Partie im Weserstadion am Samstagabend (18.30 Uhr), dem nächsten Versuch, die bittere Serie zu beenden: „In Zweikämpfe kann man auch gehen, wenn das Selbstvertrauen nicht so groß ist.“

Den Glauben an die eigene Stärke muss Reis bei S04 erst wieder entwickeln. Sieben Pflichtspiel-Niederlagen in Serie schlagen aufs Gemüt und Schalke, das nun auch noch ohne Thomas Ouwejan (Innenbandverletzung im Knie) spielt, muss gehörig aufpassen, nicht schon vor der WM-Pause einen gravierenden Abstand zu einem Nichtabstiegsplatz entstehen zu lassen. Zumindest Bayer Leverkusen auf Relegationsplatz 16 ist mit aktuell drei Punkten Rückstand noch greifbar.

Auch für den VfL Bochum, dessen Lage auf den ersten Blick der des neuen Klubs des Ex-Trainers stark ähnelt. Auswärts geht bislang gar nichts, null Punkte und 4:19 Tore lautet die verheerende Bilanz nach sechs Gastspielen in dieser Saison, zuletzt setzte es ein 0:4 beim VfL Wolfsburg. Doch das Team von Trainer Thomas Letsch, das nun die ganz schwere Aufgabe im „kleinen Revierderby“ bei Borussia Dortmund am Samstag (15.30 Uhr) angeht, präsentierte sich insgesamt in den vergangenen Wochen lebendiger als Schalke.

<p>Der VfL Bochum muss für das Revierderby bei Borussia Dortmund ohne Abwehrspieler Dominique Heintz planen. VfL-Trainer Thomas Letsch teilte am Donnerstag mit, dass Heintz wegen Rückenproblemen ausfällt.</p>
Der VfL Bochum muss für das Revierderby bei Borussia Dortmund ohne Abwehrspieler Dominique Heintz planen. VfL-Trainer Thomas Letsch teilte am Donnerstag mit, dass Heintz wegen Rückenproblemen ausfällt. | Foto: Swen Pförtner/dpa

„Wir haben von den sechs Spielen die Hälfte gewonnen“, sagte Letsch zu seiner Bilanz seit dem Amtsantritt im September: „Wenn wir diesen Schnitt halten, werden wir auf jeden Fall unsere Ziele diese Saison erreichen.“ Zu zwei Heimsiegen in der Liga zählt der 54-Jährige dabei den Pokalerfolg beim Drittligisten aus Elversberg hinzu.

In das Duell in Dortmund geht der VfL als klarer Außenseiter, aber mit Optimismus im Wissen um den 4:3-Erfolg beim BVB in der Vorsaison, der damals den Klassenerhalt sicherte. Personalprobleme in der Innenverteidigung erschweren allerdings das Vorhaben, etwas Zählbares mitzunehmen. Auch für Bochum gilt es, dranzubleiben und dann die WM-Pause zu nutzen für eine optimale Vorbereitung auf die verbleibenden 19 Partien.

Dazu zählt bei beiden Klubs, dass sie die Augen nach Verstärkungen offenhalten - im beschränkten finanziellen Rahmen. In den abschließenden drei Liga-Partien im Jahr 2022 gilt es aber erst einmal, mit den vorhandenen Profis irgendwie zu punkten. Er wolle „aggressive und mutige Spieler“ sehen, sagte Reis, der alle seine vergangenen acht Bundesligapartien verlor: „Du musst halt einfach ekelhaft sein.“ Und der letzte Auswärtssieg gelang den Schalkern ja schließlich auch 2019 an einem Novembertag in Bremen. (sid/calü)

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