Tschechien fordert nach Leichenfunden in Isjum Sondertribunal

<p>Rettungskräfte bewegen einen Sarg während der Exhumierung in dem kürzlich zurückeroberten Gebiet von Isjum. Die ukrainischen Behörden entdeckten in der Nähe der zurückeroberten Stadt Izium Hunderte von Gräbern. Die Menschen in Isjum seien wohl gestorben, als Russlands Truppen die Stadt im Zuge der Eroberung Ende März heftig beschossen hätten, sagte Oleh Kotenko, der ukrainische Vermisstenbeauftragte.</p>
Rettungskräfte bewegen einen Sarg während der Exhumierung in dem kürzlich zurückeroberten Gebiet von Isjum. Die ukrainischen Behörden entdeckten in der Nähe der zurückeroberten Stadt Izium Hunderte von Gräbern. Die Menschen in Isjum seien wohl gestorben, als Russlands Truppen die Stadt im Zuge der Eroberung Ende März heftig beschossen hätten, sagte Oleh Kotenko, der ukrainische Vermisstenbeauftragte. | Foto: Evgeniy Maloletka/AP/dpa

Im 21. Jahrhundert seien solche Attacken gegen die Zivilbevölkerung undenkbar und abscheulich, schrieb der tschechische Außenminister Jan Lipavsky am Samstag bei Twitter. Er machte Russland dafür verantwortlich, in der Region „Massengräber“ mit den Leichen von Hunderten erschossenen und gefolterten Menschen hinterlassen zu haben.

„Wir dürfen darüber nicht hinwegsehen. Wir fordern die Bestrafung aller Kriegsverbrecher“, schrieb Lipavsky weiter. Tschechien hat noch bis zum Jahresende die rotierende EU-Ratspräsidentschaft inne. Auch die Ukraine fordert, Moskau wegen schwerer Kriegsverbrechen zur Rechenschaft zu ziehen. Kiew hatte zuletzt bei einer Gegenoffensive im Osten des Landes von Russland besetztes Gebiet zurückerobert. In Isjum wurden nach Angaben aus Kiew mehr als 400 Leichen gefunden. Die Menschen sollen ums Leben gekommen sein, als Russland die Stadt Ende März beschossen habe. (dpa/ag)

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