Während die Not so groß wie nie sei, befinde sich die Verfügbarkeit finanzieller Mittel auf einem Tiefstand, sagte die stellvertretende Regionaldirektorin des UN-Welternährungsprogramms für Westafrika, Elvira Pruscini. Aufgrund steigender Kosten, unter anderem wegen des Ukraine-Kriegs, seien Hilfsorganisationen in vielen Sahel-Ländern gezwungen, halbe Rationen an Bedürftige zu verteilen, so Pruscini.
Zwischen Juni und August werden nach Angaben von Action Contre la Faim über 18,6 Millionen Menschen - oder 15 Prozent der Gesamtbevölkerung der Region – von schwerer Ernährungsunsicherheit betroffen sein. „Obwohl die Bedürfnisse ständig steigen, ist es aufgrund zunehmender Kriminalität, Entführungen und zunehmender Gewalt eine ständige Herausforderung, Menschen in Konfliktgebieten zu erreichen“, sagt Maureen Magee, Regionaldirektorin für Zentral- und Westafrika des Norwegian Refugee Council (NRC).
Die Sahelzone, die sich von Senegal im Westen bis nach Djibuti im Osten Afrikas zieht, steht vor der schlimmsten Nahrungsmittelkrise seit zehn Jahren. Auch Teile Ostafrikas sind von einer schlimmen Dürre heimgesucht. Insgesamt sind nach UN-Angaben etwa 60 Millionen Menschen betroffen. Hauptgründe für die Rückgänge in der Getreideproduktion auf dem Kontinent sind klimabedingte Dürren und Überschwemmungen, Konflikte, die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie sowie Russlands Getreideblockade aufgrund des Ukraine-Kriegs. (dpa/jod)

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