Kardinal Angelo Sodano, der aus Norditalien stammte, war von 1991 bis 2006 unter den Päpsten Johannes Paul II. und Benedikt XVI. Staatssekretär und damit Chefdiplomat des Vatikans. Auf diesem Posten gilt man als Nummer zwei im Kirchenstaat - in den letzten Monaten vor dem Tod des geschwächten Johannes Pauls war Sodano einer jener Kurienmänner, die die katholische Kirche de facto leiteten.
Bis Ende 2019 und mehr als 14 Jahre lang war Sodano zudem als Dekan der Vorsitzende des Kardinalskollegiums und hatte damit das zweithöchste Amt in der katholischen Kirche inne. Der am 23. November 1927 in Isola d'Asti in der Region Piemont geborene Kirchenmann war vor seiner Karriere in Rom lange päpstlicher Gesandter in Südamerika.
Papst Franziskus bezeichnet Sodano in einem Schreiben am Samstag unter anderem als „angesehenen Mann der Kirche“ und „liebenswerten Priester“. Sodano starb am Freitagabend, nachdem er Anfang Mai nach einer Covid-Infektion in ein Krankenhaus eingeliefert worden war. (dpa/ag)

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