Selenskyj-Rede vor dem Kammerplenum: Frieden ist mehr wert als russische Diamanten

<p>Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am Donnerstag zu den Abgeordneten im Föderalparlament gesprochen.</p>
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am Donnerstag zu den Abgeordneten im Föderalparlament gesprochen. | Foto: belga

Selenskyj ermutigte in seinem Plädöyer die Europäer dazu, denselben Mut zu zeigen wie die Verteidiger von Mariupol und anderen ukrainischen Städten, die von den Russen belagert werden. „Die Verteidiger von Mariupol kämpfen für die Sicherheit jeder Stadt in Europa. Hier wird gegen die Tyrannei gekämpft, die Europa und alles, was uns vereint, spalten will“, so Selenskyj wörtlich. Kurz darauf wies er auf die Einfuhr russischer Rohdiamanten hin, die noch nicht durch europäische Sanktionen gebremst wurde. Er glaube, dass Frieden viel mehr wert ist als russische Diamanten, Schiffe oder russisches Gas und Öl. „Aber es gibt diejenigen, denen russische Diamanten, die ab und an in Antwerpen verkauft werden, wichtiger sind, oder diejenigen, denen es wichtiger ist, die Einnahmen von russischen Schiffen in den Häfen zu akzeptieren als unseren Kampf“, kritisierte er.

Selenskyj, der sich am Donnerstag vor der Kammer in einem Khaki-Hemd, das er seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen sein Land trägt, präsentierte, dankte Belgien auch für die Waffenlieferungen und die Aufnahme von Flüchtlingen aus der Ukraine.

Er machte außerdem deutlich, dass Belgien im Herzen Europas liege und ein Beispiel für andere Länder sein könne, indem es künftig noch mehr tut. „Helfen Sie uns. Mit Waffen, mit Sanktionen, mit der Möglichkeit, ein EU-Mitgliedstaat zu werden. Helfen Sie uns, und wir werden Ihnen dafür dankbar sein“, sagte Selenskyj abschließend.

Das föderale Parlament hatte Selenskyj vergangene Woche eingeladen, per Videoschalte vor dem Plenum zu sprechen. Der ukrainische Präsident hatte diese Einladung dankend angenommen.

Seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine bemüht sich Selenskyj um Unterstützung durch die NATO- und EU-Mitgliedstaaten. In den letzten Wochen hatte sich der ukrainische Präsident bereits an mehrere Parlamente gewandt, unter anderem in Deutschland, Italien, Frankreich und Dänemark, sowie an das Europäische Parlament und den US-Kongress. (belga/calü)

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