„Das ist Terror ungesehenen Ausmaßes“: Selenskyj wirft Russland Beschuss von AKW vor

<p>Selenskyj ist seit dem 20. Mai 2019 der sechste Präsident der Ukraine.</p>
Selenskyj ist seit dem 20. Mai 2019 der sechste Präsident der Ukraine. | Foto: afp

„Das ist Terror ungesehenen Ausmaßes“, sagte er in einer Ansprache vom Freitag. Mit der Explosion des größten Atomkraftwerks von Europa hätte die Geschichte Europas enden können. „Bei den russischen Militärs ist die Erinnerung an Tschernobyl komplett weg“, betonte der 44-Jährige. Russland wies das zurück und sprach von einer „Provokation des Kiewer Regimes“.

In der Nacht zum Freitag war auf dem Gelände des Atomkraftwerks in der Stadt Enerhodar in der Südukraine in einem Übungsgebäude ein Feuer ausgebrochen. Der Brand konnte von über 40 eingesetzten Feuerwehrleuten gelöscht werden. Verletzte habe es nicht gegeben.

1986 war das damals sowjetische Atomkraftwerk Tschernobyl nördlich von Kiew havariert. Infolge der Explosion mussten Zehntausende das radioaktiv belastete Gebiet um die Atomruine verlassen. Das Sperrgebiet war in der vergangenen Woche von russischen Truppen erobert worden.

Parallel dazu rief Selenskyj die Bürger der südukrainischen Gebietshauptstadt Cherson dazu auf, mit ukrainischen Fahnen und der Hymne auf die Straßen zu gehen. „Chersoner, zeigt, dass das Eure Stadt ist“, sagte das Staatsoberhaupt. Die Großstadt mit 280 000 Einwohnern steht seit etwa einem Tag unter Kontrolle russischer Truppen.

Vor einer Woche hatte Russland die Ukraine angegriffen. UN-Statistiken nach wurden bereits über 240 Zivilisten getötet. (dpa/calü)

Kommentare

  • Russische Bombardierung des ukrainischen Kernkraftwerks Saporischschja: Schwindel des Jahres?

    Die Faktenlage ist jedoch völlig anders. Russische Truppen befanden sich bereits am Montag, den 28. Februar, in dem Gebiet, was von der IAEO in ihrem Update Nr. 4, das an diesem Tag auf ihrer Website veröffentlicht wurde, voll bestätigt wird: "Am 27. Februar informierte das ukrainische Außenministerium die IAEO darüber, dass russische Streitkräfte in die Nähe des größten der Anlage, dem KKW Saporischschja in der Ostukraine, vorrückten. Zusätzliche Informationen, die am 28. Februar vom Betreiber eingingen, bestätigten, dass die russischen Streitkräfte in der Nähe des Standorts operierten, ihn aber zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch nicht betreten hatten." Am Mittwoch, den 2. März, schrieb die IAEO: "Russland hat die IAEO darüber informiert, dass seine Streitkräfte die Kontrolle über das Gebiet um das ukrainische AKW Saporischschja übernommen haben, sagte Generaldirektor Rafael Mariano Grossi heute. In einem offiziellen Schreiben an den Generaldirektor vom 1. März teilte die Ständige Vertretung der Russischen Föderation bei den Internationalen Organisationen in Wien außerdem mit, dass das Personal des Kraftwerks seine "Arbeit zur Gewährleistung der nuklearen Sicherheit und zur Überwachung der Strahlung im normalen Betriebsmodus fortsetzt. Die Strahlungswerte bleiben normal".
    Dies war zwei Tage vor dem angeblichen "Beschuss" der Anlage. Nur Verrückte könnten behaupten, dass das russische Militär ein von den russischen Streitkräften selbst kontrolliertes Atomkraftwerk "beschießen" oder "bombardieren" würde.

  • Alles klar, wenn Russland das so sagt, dann wird das wohl stimmen müssen...

  • Ich bitte dich, Alexander.

    Herrn Scholzen, der sich gerne über „links-grün versiffte und klugscheißende Gutmenschen“ auskotzt; der den anthropogenen Klimawandel leugnet; der behauptet, CO2 habe keinen Einfluss auf die Erderwärmung; der die Energiewende mit seinen ostbelgischen Gegenpolern bekämpft und den fossilen Energieträgern huldigt; der die Corona-Pandemie als Lüge bezeichnet…
    und der bei seiner Wahrnehmung und „Analyse“ gesellschaftlicher Prozesse gerne „alternative Fakten“ verbreitet… ja, diesem Herrn Scholzen sollte man schon zutrauen, korrekt einschätzen zu können, was in der Ukraine zur Zeit geschieht.

    Dass er bei seiner zaghaften Verurteilung des russischen Überfalls auf die Ukraine gerne auch Relativierungen für dieses Verbrechen findet und sich in endlosem „Whataboutism“ übt, macht ihn zu einem… verlässlichen Aufklärer… und naiven Helfershelfer des Diktators im Kreml.

    Wahrscheinlich sind es auch die Ukrainer selbst, die ihre Städte und die Infrastruktur des Landes in Schutt und Asche legen, die Zivilbevölkerung bombardieren und töten und weder vor Krankenhäusern, Universitäten noch Schulen halt machen.

    Ist dies tatsächlich alles, Herr Scholzen, was Ihnen an Empathie zum Krieg in der Ukraine und das von Putin verursachte Leid einfällt? Oder sind Sie auch der Meinung, dass es sich um keinen Krieg, sondern nur um eine “Sonderoperation” zur Befreiung der Ukraine handelt?

  • „Russische Bombardierung des ukrainischen Kernkraftwerks Saporischschja: Schwindel des Jahres?“
    Na, dann wollen wir mal sehen.

    Mise à jour 04 vom 28.02.22 (*)
    In dieser Verlautbarung steht NICHTS von einer Einnahme durch russische Truppen. Im Gegenteil:
    „Am 27. Februar informiert …, dass russische Streitkräfte sich der Zentrale von Zaporizhzhia nähern…“
    „Nach weiteren Informationen vom 28. Februar sind russische Streitkräfte in der Nähe der Anlage aktiv, aber sind noch nicht darin eingedrungen.“

    Mise à jour 06 vom 02.03.
    Dort heißt es, dass die Russen die IAEA darüber informiert hätten, das Territorium „um die Zentrale herum“ unter ihre Kontrolle gebracht zu haben.
    Von einer Einnahme der Zentrale selbst findet sich da nichts.
    Im folgenden Absatz steht dann, dass die russische Vertretung bei der IAEA in einem offiziellen Schreiben vom 1. März der IAEA „außerdem“ erklärt habe, das Personal der Zentrale arbeite normal weiter.
    „Außerdem“ („Également“) Standen die zwei Aussagen im selben Brief? Man kann es annehmen.
    Wie dem auch sei, auch hier kein Wort von einer Einnahme durch das Militär.

    Mise à jour 09 vom 03.03.
    Dort ist die Rede von direkten Kampfhandlungen gegen die Zentrale: Russische Infanterieeinheiten bewegen sich direkt auf die Zentrale zu. Die Kämpfe sind auf der Straße zur Zentrale im Gange. Die Lage ist kritisch.“

    Mise à jour 10 vom 04.03.
    „Die Ukraine informiert heute die IAEA, dass die Zentrale von Zaporizhzhia während der Nacht bombardiert wurde.“
    „ …ein Brand auf dem Gelände hat keine relevanten Teil der Anlage beschädigt…“

    Mise à jour 11 vom 04.03.
    Die Ukraine meldet, dass die russischen Streitkräfte die Kontrolle der Anlagen übernommen haben. Außerdem, dass ein Projektil einen inzwischen gelöschten Brand ausgelöst hat.

    Der „Schwindel des Jahres“? Das war wohl eher dieser hier: Es war ein ukrainischer Sabotagetrupp, der da rumgeballert hat und Gebäude in Brand geschossen hat.
    So die Russen,

    (*) Die vollständigen Verlautbarungen der IAEA findet man auf deren Website, leider nur auf Französisch oder auf… Russisch. Einfach googeln !

  • Meine Angaben stammten vom 02.03.2022 - "Обновление 6", Update 6, russische Version.
    1. Abschnitt:
    "Russland hat die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) darüber informiert, dass seine Streitkräfte die Kontrolle über das Gebiet um das Kernkraftwerk (KKW) Saporischschja übernommen haben, sagte Generaldirektor Rafael Mariano Grossi heute."
    Herr Schleck, Ihre Angaben sind aktueller.

  • Der erste Beitrag hier oben datiert vom 08.03.
    Zu diesem Zeitpunkt waren alle Aktualisierungen, von Nummer 4 vom 28.02. bis zur Nummer 11 vom 04.03., allgemein zugänglilich. Dass ich da über „aktuellere Angaben“ verfügt hätte, ist also eine bloße Nebelkerze.

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