Der ambitionierte Plan ist Teil des Programms „Good Move“, das die Strategie für die Mobilität in Brüssel in den nächsten zehn Jahren bestimmt. So ist darin unter anderem vorgesehen, künftig den Durchgangsverkehr aus den Wohngebieten aller Brüsseler Gemeinden fernzuhalten. „Der Plan soll den Anwohnern mehr Sicherheit und bessere Luft geben“, sagt Mobilitätsschöffe Bart Dhondt (Ecolo-Groen). „Zu viele Autos fahren jetzt auf Straßen herum, die dafür nicht gedacht sind. Sie verursachen Staus und Verkehrsbehinderungen an Orten, wo Menschen leben und Kinder zur Schule gehen.“
Das Brüsseler Stadtzentrum wird demnach in acht Stadtteile unterteilt, um die jeweils eine Schleife für den Durchgangsverkehr angelegt wird. „So kommen Autofahrer immer wieder auf den kleinen Ring zurück. Wenn man von dieser Route abweicht, bleibt man irgendwo stecken, weil man nicht durchkommt“, erklärt Dhondt. „In 27 Orten wird es auch ‚Filter‘ in den Stadtvierteln geben. Dabei kann es sich um feste oder versenkbare Poller, Straßen mit Richtungsänderungen, die de facto Sackgassen sind, Fußgängerzonen und Kameras mit Nummernschilderkennung handeln. Es wird sehr schwierig, wenn nicht gar unmöglich sein, die neuen Vorschriften zu umgehen“, zeigt sich Dhondt überzeugt.
Die frei werdenden Flächen sollen auf unterschiedliche Weise genutzt werden, zum Beispiel für Fahrradwege, Schulhöfen, Parks, Bäume, Spielplätze, Terrassen oder neue Straßenbahnlinien.
Der Text wird unter dem Tweet fortgesetzt.
Im Sommer soll der Plan detailliert der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Vorab hat Dhondt gegenüber dem flämischen Rundfunk (VRT) aber klargemacht, dass Anwohner im Zuge der Umgestaltung keine Einschnitte erfahren werden. „Sie können beispielsweise einen Ausweis benutzen, um die Poller herunterzulassen.“ Die Kameras würden außerdem ihre Nummernschilder erkennen und so müssten sie keinen Umweg machen, um zu ihrem Haus zu gelangen. „Auch die Lieferanten können zwischen sechs und elf noch durch die ‚Filter‘ fahren“, präzisiert der Schöffe. (belga/calü)
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