Die französische Regierung stuft eine Explosion am Fahrzeug des Franzosen Philippe Boutron vor Beginn der Veranstaltung als möglichen Terrorakt ein. „Wir haben überlegt, ob es das Beste ist, dieses Sportevent abzubrechen. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen“, sagte Außenminister Jean-Yves Le Drian am Freitag im Gespräch mit dem TV-Sender BFM: „Es gab womöglich einen Terroranschlag gegen die Dakar.“ Die Staatsanwaltschaft hat Untersuchungen eingeleitet.
Der Vorfall hatte sich am 30. Dezember im Start- und Zielort Dschidda ereignet. Der 61-jährige Boutron erlitt bei der Explosion schwere Verletzungen an den Beinen. Am Donnerstag hatte sein Sohn mitgeteilt, dass Boutron aus dem Koma erwacht sei. Boutron ist mittlerweile nach Frankreich zurückgekehrt.
Die Dakar wird vom französischen Unternehmen Amaury Sport Organisation (ASO) organisiert, das auch die Tour de France veranstaltet. Wie die ASO hatten auch die saudischen Behörden mitgeteilt, keine Hinweise für ein Verbrechen zu haben. Das Rennen führte ursprünglich von Paris nach Dakar in den Senegal. 2008 wurde das Event aufgrund von Terrordrohungen in Nordafrika abgesagt. Die Dakar wurde in der Folge in Südamerika ausgetragen, seit 2020 ist Saudi-Arabien Gastgeber.
Am Samstag soll es den ersten und einzigen Ruhetag geben, das Ende des Rennens ist für den 14. Januar vorgesehen.

Der Leidensweg des jungen Guillaume de Mévius
Für den bekannten belgischen Rallyefahrer Guillaume de Mévius (27) ist die Premiere bei der Rallye Dakar 2022 schon frühzeitig beendet. Er trat am Freitag mit seinem Buggy OT3 von Overdrive Racing (B) zur sechsten Tagesetappe nach einem Unfall am Vortag nicht mehr an. „Wir konnten nach vier Stunden Reparatur zwar die fünfte Prüfung noch zu Ende fahren, aber da der Überrollkäfig des Fahrzeugs beschädigt ist, müssen wir aufhören“, erläuterte de Mévius enttäuscht: „Schade, denn wir haben gezeigt, wie schnell wir sind.“
Allerdings war das Wüstenabenteuer für den Sohn von Dakar-Urgestein Grégoire de Mévius eher ein Leidensweg. Da sein Stamm-Copilot Tom Colsoul kurz vor dem Start positiv auf Covid-19 getestet worden war, musste flugs der Amerikaner Kellon Walch als Navigator einspringen. Trotzdem schafften beide auf Anhieb eine Bestzeit und einen zweiten Platz in der Kategorie T3 (leichte Prototypen). Aber ansonsten wurde das Duo zweimal durch Antriebsprobleme und einen Crash gestoppt. (hs/sid/tf)
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