Für Kritik sorgte der Standort der Haftanstalt: Diese soll in einem ehemaligen Altenheim untergebracht werden. „Der Haken an dem Standort ist dabei, dass das Gebäude sich direkt neben einer Primarschule befindet und 52 Fenster des ehemaligen Altersheims auf den Schulhof schauen. Die Schulleitung sowie die Eltern und die Anwohner sind besorgt. Sie mussten von diesem Vorhaben erst kürzlich aus der Presse erfahren“, schreibt Jadin, die dazu Justizminister Vincent Van Quickenborne (Open VLD) befragt hat. Die Räume zum Schulhof würden entweder von der Verwaltung eingenommen oder die Fenster durch Milchglas ersetzt, sodass kein Sichtkontakt zwischen den Gefangenen und den Schülern entstehen könne, habe der Minister geantwortet. Außerdem würden keine Schwerverbrecher in der Anstalt untergebracht, und die Betonung liege auf Wiedereingliederung. Von den Häftlingen gehe also für die Anwohner und die Schüler keine Gefahr aus. Das Haftmodell könne demnach nicht mit einem klassischen Gefängnis verglichen werden. „Auch wenn ich dieses Modell mit Fokus auf Wiedereingliederung begrüße, kritisiere ich die fehlende Transparenz bei der Wahl des Standortes. Für den Bezirk Verviers und die DG ist dies mit Sicherheit höchst interessant. Jedoch hätte man sich vor der Festlegung des Ortes zumindest mit der anrainenden Schule austauschen sollen und so den Verantwortlichen und den Eltern etwas die Angst nehmen können“, kritisiert Jadin. Ein Treffen zwischen Bürgermeisterin Murielle Targnion, den Schulverantwortlichen, Vertretern des Justizministeriums und der Gebäuderegie habe es erst am 16. Dezember gegeben. Der Justizminister habe den Standort der Haftanstalt als „optimal“ bezeichnet. Dort sollen künftig auch Gefangene aus der DG untergebracht werden. „Manch einem Kleinkriminellen aus Ostbelgien wird also in Zukunft der lange Weg nach Lantin verwehrt“, so Jadin wörtlich. Im Hinblick auf die Bewahrung der Gesellschaftsfähigkeit und die Besuche aus dem Familienkreis sei dies eine positive Neuigkeit für die Region. „Viel zu oft verliert sich der Kontakt mit der Familie und der Insasse verfällt in einer Emotionslosigkeit, die ihm im Gefängnis zu Dingen hinreißen lässt, die ihm seine Haftstrafe nicht erleichtern werden“. (red/sc)
Kattrin Jadin kritisiert Kommunikation um neue Haftanstalt in Verviers

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren