Ecolo kritisiert DG-Politik für die mentale Gesundheit

<p>Die Ecolo-Abgeordnete Inga Voss (Bild) stellt sich grundsätzliche Fragen zu den Schwerpunkten und der Zielsetzung im neuen Dekret.</p>
Die Ecolo-Abgeordnete Inga Voss (Bild) stellt sich grundsätzliche Fragen zu den Schwerpunkten und der Zielsetzung im neuen Dekret. | Foto: David Hagemann

„Die Not an ausreichend qualifiziertem Personal ist ein Aspekt, der es dem Sektor erschwert, in Zeiten von immer größerer Nachfrage Schritt zu halten. Aber nicht alles ist auf den Fachkräftemangel zurückzuführen“, schreiben die Grünen in diesem Zusammenhang in einer Pressemitteilung. Verwunderlich sei, dass dem Psychiatrieverband 2019 die finanziellen Mittel gestrichen worden seien, jetzt aber die Gründung neuer Arbeitsgruppen zur Entwicklung einer „Vision für die mentale Gesundheitsversorgung“ anstehe: „Man fängt also nochmal bei Null an“, hält die Ecolo-Fraktion in der Mitteilung fest, die von der PDG-Abgeordneten Inga Voss unterzeichnet wurde.

Die Fraktion stelle sich folglich die Frage, warum diese Regierung nicht auf Bestehendes aufbaut, sondern stattdessen „am laufenden Band“ Neues gründe. „Das ist weder nachvollziehbar, noch nachhaltig und effizient. Es verschwendet regelrecht Ressourcen.“ Der Psychiatrieverband habe in der Vergangenheit gute und wertvolle Arbeit in diesem Bereich geleistet, habe jedoch wenig Anerkennung bekommen. Anstelle des Psychiatrieverbands werde nun im Jahre 2022 ein neues (durch den Föderalstaat unterstütztes) Netzwerk aufgebaut.

„Bedenklich, wenn man sich die aktuelle Situation vor Augen hält, denn die Corona-Pandemie hat Spuren hinterlassen.“

„Dies wird sehr viel Zeit, Arbeit und Energie in Anspruch nehmen. Bedenklich, wenn man sich die aktuelle Situation vor Augen hält, denn die Corona-Pandemie hat Spuren hinterlassen: Die Wartelisten sind lang, sowohl im Bereich der Kinder und Jugendlichen als auch der Erwachsenen. Und von den Senioren wird gar nicht erst gesprochen. Dabei gibt es da kaum spezifische Angebote.“

Die Ecolo-Fraktion im PDG lege Wert darauf, dass neben den Profis vom Terrain auch das Parlament einbezogen wird. Aktuell scheine leider noch niemand so genau zu wissen, wo es hingehen soll. „Das REK III sieht vor, dass bald ein umfassendes neues Dekret mit einer Vision zur mentalen Gesundheitsversorgung das Licht der Welt erblicken wird. Niemand scheint aber bisher so recht zu wissen, was dabei die Schwerpunkte und die Zielsetzung sind. Diese ‚Geburt‘ sollte von ausgebildeten Fachleuten mit der nötigen Erfahrung und Nähe zum Thema vorbereitet werden“, schreibt die Ecolo-Abgeordnete Inga Voss.

Ihr Appell an den zuständigen DG-Minister Antonios Antoniadis (SP): „Bitte schaffen Sie an dieser Stelle kein weiteres Ergebnis von sterilen politischen Überlegungen, sondern schreiben Sie dieses Dekret in Partnerschaft mit dem Sektor, ja, sogar mit ihm zusammen - warum nicht?“, fragen die Grünen.

Die Ecolo-Fraktion begrüßt, dass es der Regierung wichtig ist, das Terrain in die Vorbereitung des Dekrets einzubeziehen und wünscht sich, dass die Partner vom ehemaligen Psychiatrieverband dort eine zentrale Rolle spielen, damit keine Zeit und keine Energie verloren gehen.

„In diesem Fall ist es besser auf die bisherige Erfahrung aufzubauen, statt das Rad neu erfinden zu wollen“, teilte die Fraktion mit. (red/sc)

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