Die Tage vergehen, die seit dem 16. Juli immer wieder angekündigten Antworten auf die präzisen GrenzEcho-Fragen zu Fakten und Zahlen, die helfen würden, zu klären, was genau am 14. und 15. Juli an der Eupener Talsperre, bei den zuständigen Diensten der Wallonischen Region, SPW, an Informationen eintraf und welche Entscheidungen bzw. Empfehlungen daraus abgeleitet wurden, lassen immer noch auf sich warten. Trotz nachhaken. Dennoch sickern immer mehr Informationen durch, die auf schwere Fehleinschätzungen schließen lassen. Auch hat der zuständige Minister Philippe Henry, in einer wichtigen Frage, nachweislich nicht die Wahrheit gesagt.
Kommentare
Wer sich ein möglichst objektives Bild dessen machen möchte, was in der Zeit vom 13-15. Juli im Wesertal geschehen ist, sollte das Dossier des „Le Soir“ vom 4.8 lesen.
Wer lieber Berichte ließt, die offensichtlich nur darauf bedacht sind, die vorgefasste Meinung des Autors zu bestätigen, die Vorverurteilungen betreiben und nachweißlich „Unwahrheiten“ beinhalten, sollte die Artikel und Kommentare von Oswald Schröder zu diesem Thema lesen.
Offensichtlich hat Minister Henry in verschiedenen Punkten die „Unwahrheit“ gesagt, oder er war schlecht informiert, oder er hat manche Zusammenhänge nicht verstanden oder er hat in Unkenntnis der Fakten voreilige Schlüsse gezogen.
Der GE-Chefredakteur hat in verschiedenen Punkten in seiner Berichterstattung und Kommentierung ebenfalls die „Unwahrheit“ geschrieben, oder er war schlecht informiert, oder er hat manche Zusammenhänge nicht verstanden oder er hat in Unkenntnis der Fakten voreilige Schlüsse gezogen.
Wer dem Minister zu Recht vorwirft er habe fälschlicherweise behauptet, die Talsperre sei vor Beginn der Regenfälle „halb leer“ gewesen, obwohl sie zu 78% gefüllt war, aber selber u.a. schreibt, die Talsperre habe am Freitag 23.7 vor den zu erwartenden Regenfällen des WE „ihren Höchststand erreicht“ und sei „wieder voll gewesen“ obwohl sie den niedrigsten (!) Stand seit den Regenfällen vorwies und mit 3,5 m unter Maximum weit von „voll“ entfernt war (und dies offensichtlich, um die die Verantwortungslosigkeit der Dienste der WR zu untermauern), sollte bei der Bewertung der „Fehlleistung“ des Ministers, für seine eigene Arbeit die gleichen Maßstäbe anwenden.
Wenn die Äußerungen des Minister wissentlich geschehen sind, um vom eigenen bzw. Fehlverhalten seiner Dienste abzulenken, wäre ein Rücktritt, wie von O. Schröder gefordert, naheliegend.
Wenn die Fehlleistungen des GE-Chefredakteur wissentlich geschehen sind, um seine vorgefasste Meinung zu untermauern, es habe „kollossale Fehler“ bei den Entscheidungen der für die Regulierung der Talsperre Verantwortlichen gegeben, oder seine Berichterstattung und Kommentierung aus dem Affekt, ohne professionelle Distanz, ohne Sorgfaltspflicht und „über‘s Ziel hinaus geschossen“ geschehen ist, kann die Schlussfolgerung laut O.S. nur heißen:
Nehmen Sie ihren Hut, Herr Chefredakteur!
Politische Entscheidungsträger unterliegen der demokratischen und parlamentarischen Kontrolle und der Kontrolle durch die 4. Staatsgewalt, die Medien. Und das ist auch gut so.
Nochmal die Frage: Wessen Kontrolle unterliegen Medien und Journalisten, die glauben, sie seien die besseren Politiker und die journalistisch-deontologische Regeln gerne mal über Bord schmeißen?
Wenn die deontologische Selbstkontrolle oder die redaktionelle Kontrolle nicht funktioniert: Niemandem!
Alle, im Grenzecho zu Wort gekommenen, Experten bestätigen die Sichtweise des Chefredakteurs Oswald Schroeder. An der Eupener Talsperre hat es kein Wassermanagement gegeben, mit dramatischen Folgen für die Anwohner der Weser . Das kann man auch mit elenlangen Rechtfertigungsversuchen und Texten nicht schön reden. Warum liefert Minister Henry nicht das erforderliche Zahlenmaterial?
Sehr geehrter Herr Leonard, seit Wochen warte ich auf die Erklärung des Ministers, auf welcher Grundlage seine Falschaussagen basieren. Dazu braucht es keiner monatelangen Studien. Er soll nur seine Quellen nennen! Und mit der Talsperre wird es wie mit dem Glas Wasser sein, für den einen ist es halb voll, für den anderen halb leer.
Sehr geehrter Herr Leonard,
Sie unterstellen mir, ich hätte eine vorgefasst Meinung zu den Ereignissen an der Wesertalsperre gehabt. Dem ist nicht so. Ich habe nur, auch anhand von übereinstimmenden Zeugenaussagen, feststellen müssen, dass es im Langesthal zu mehreren Zeitpunkten am späten Abend des 14. Juli und während der Nacht enorme Wassermengen gegeben haben muss, die plötzlich anschwollen und deren Herkunft (wir befinden uns weniger als 2 km von der Staumauer) eindeutig die Talsperre sein muss. Als Journalist stelle ich mir daraufhin die berechtigte Frage, welche wohl die Ursachen dafür gewesen sein können. Und stoße dabei zum Ersten auf Unstimmigkeiten (vor allem in den Aussagen des zuständigen Ministers, Philippe Henry) und auf die Blockade sämtlicher Behörden mit Ausnahme der Stadt Eupen. Dabei haben die Menschen ein Anrecht darauf, zu wissen, was wirklich geschah. Meine diesbezüglichen Fragen sind bis jetzt, trotz mehrfacher Nachfrage, unbeantwortet geblieben. Das wirft zumindest kein gutes Licht auf die "Verantwortlichen". Ich muss mir also die Fakten zusammensuchen. Um diese zu interpretieren, habe ich mindestens vier Wissenschaftler und anerkannte Spezialisten befragt. Wenn überdies Zeugenaussagen und Fakten, die trotz allgemeiner Blockade, durchsickern, eine bestimmte These bestärken, dann ist es annehmbar, dass diese stimmen könnte. Außerdem ist es meine Aufgabe als Journalist, diese Widersprüche für meine Leser aufzuklären. Das hat mit vorgefertigter Meinung nichts zu tun, sondern gehört, nach gängiger Meinung von Experten, zum Journalismus dazu.
Zu der von Ihnen bereits zum zweiten Mal ins Feld geführten Behauptung, ich habe geschrieben, die Talsperre habe am Freitag (23. Juli) "ihren Höchststand erreicht" und "wieder voll" gewesen. Fakt ist, dass ich wortwörtlich geschrieben habe: "Die Eupener Sperre war Freitag Mittag in der Tat wieder nahe an ihren Höchstständen, wie auch unser Foto beweist." Dass unter dem Foto stand, sie sei wieder "voll gewesen", habe ich Ihnen gegenüber als Fehler meinerseits eingeräumt und diesen umgehend korrigiert.
Sie werfen mir also etwas vor, was definitiv nicht der Faktenlage entspricht. Ich weise also auch diesen Vorwurf zurück. Einen Grund, meinen Hut zu nehmen, kann ich bislang nicht erkennen.
Noch ein paar Sätze zu der Frage, wer Journalisten wie mich kontrolliert. Eindeutig der Leser, Sie zum Beispiel. Wir veröffentlichen diese kritischen Stimmen systematisch, außer wenn sie gegen vom GE festgelegte und öffentlich gemachte Grundregeln verstoßen. Überdies gibt es in Belgien den "Rat für Berufsethos für Journalisten", den jeder Bürger, wenn er Zweifel hat, anrufen kann.
Ich nehme zur Kenntnis, dass das GE die vs. Falschmeldungen zur Unwetterkatastrophe korrigiert hat. In der Online-Ausgabe habe ich sie nicht wahrgenommen. Dies betrifft auch Antworten auf Kommentare oder private Mails.
Ich bleibe bei der Kritik, dass der GE-Chefredakteur seine Berichterstattung zu der Angelegenheit in wenig ovjektiver Form, weil mit vorgefasster Meinung vollzieht.
Wer den Film von B. Crutzen "Ceci n'est pas un complot" zu recht als unseriös bezeichnet, aber die gleiche Herangehensweise an ein Thema pflegt, ist von Seriosität weiter entfernt, als er glaubt.
Gradmesser für eine journalistisch objektive Aufarbeitung der Unwetterkatastrophe bleibt für mich das Dossier von "Le Soir" vom 4.8.
Werde auf keine weiteren Kommentare zu dem Thema eingehen.
Freundliche Grüße
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