Die tendenziösen Äußerungen hätten zu Spannungen und zu einer Polarisierung der Gesellschaft geführt, sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Freitag. An diesem Sonntag (11. Juli) sind knapp 3,3 Millionen Menschen in dem völlig verarmten Land in der Nachbarschaft zu EU-Mitglied Rumänien aufgerufen, ein neues Parlament mit 101 Abgeordneten zu wählen.
Die prowestliche Präsidentin Maia Sandu, die als erste Frau das Land führt, will durch die vorgezogene Abstimmung den innenpolitischen Machtkampf mit den prorussischen Kräften um den früheren Präsidenten Igor Dodon gewinnen. Die Sozialisten und Kommunisten im Parlament hatten zuletzt die Bildung einer neuen Regierung verhindert. Deshalb wurde eine neue Wahl angesetzt, bei der die EU-freundliche Partei Aktion und Solidarität (PAS) auf die klare Mehrheit hofft.
In Umfragen hatten sich die Menschen zuletzt überwiegend für einen EU-Kurs ausgesprochen. Etwa ein Drittel sprach sich für eine Orientierung nach Russland aus. Im Wahlkampf dominierten soziale und wirtschaftliche Fragen sowie der von Sandu beworbene Kampf gegen Korruption und die Reformen in der Justiz. Moldau ist seit drei Jahrzehnten hin und her gerissen zwischen der EU und Russland.
Russland ist ein wichtiger Absatzmarkt für Äpfel, Pflaumen und Trauben aus dem Agrarland Moldau. Moskau kontrolliert zudem die abtrünnige Region Transnistrien. In dem Konfliktgebiet gibt es 258.600 Wahlberechtigte, die ebenfalls an diesem Sonntag ihre Stimme abgeben dürfen. Die Wahl wird von Beobachtern der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) begleitet. (dpa/calü)

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