Allein im ersten Halbjahr 2021 seien in der Deutschsprachigen Gemeinschaft 56 neue Betreuungsplätze geschaffen worden. Im zweiten Halbjahr 2021 werde die Anzahl voraussichtlich weiter steigen, so Lydia Klinkenberg weiter.
Seit Beginn des Jahres seien verschiedene neue Kleinkindbetreuungsstrukturen in der DG geschaffen worden. So hätten beispielsweise im Norden der DG mit den „Bambinis“ in Eupen und den „kleinen Entdeckern“ in Kettenis zwei neue selbstständige Co-Tagesmütterinitiativen den Dienst aufgenommen. Auch das Tagesmütterhaus „Marienkäfer“ habe in Eynatten seinen dritten Standort eröffnet. Im Süden der DG hätten derweil zwei selbstständige Tagesmütter eine neue Co-Initiative gegründet. Des Weiteren hätten zwei neue konventionierte Tagesmütter ihre Arbeit aufgenommen.
„Unsere Bemühungen, Betreuungsplätze in der Deutschsprachigen Gemeinschaft zu schaffen, tragen erste Früchte. Mit diesen Neuzugängen in den Diensten der Kinderbetreuung sind 56 Betreuungsplätze entstanden, die die Familien sehr gut gebrauchen können. Das ist eine bemerkenswerte Entwicklung“, zeigt sich Klinkenberg erfreut. „Insbesondere bei den privaten Betreuungsstrukturen haben wir innerhalb weniger Monate einen rasanten Anstieg verzeichnet. Dieser ist mit Sicherheit auch darauf zurückzuführen, dass seit dem 1. Januar 2021 private Kinderbetreuungsstrukturen erstmals in Form eines jährlichen Zuschusses für Funktions- und Mietkosten strukturell gefördert werden.“ Diese Unterstützung durch die Regierung habe sich als „richtige und wichtige Maßnahme für die Tagesmütter“ erwiesen, um deren Ausübung des Berufs auf ein „stabileres finanzielles Fundament“ zu stellen.
Bedauerlicherweise hätten sowohl bei den selbstständigen als auch bei den konventionierten Tagesmüttern einige Frauen ihre Tätigkeit eingestellt, fuhr die Ministerin fort. „Abzüglich der Plätze, die wegfallen, verbleiben aber immer noch 32 zusätzliche Plätze, die bis Juni 2021 entstanden sind. Konkret bedeutet das, dass inzwischen im Vergleich zum Vorjahr durchschnittlich 48 Kinder mehr betreut werden können“, präzisiert Lydia Klinkenberg.
Wie aus der Mitteilung hervorgeht, fördert die Regierung auch kleinere Strukturen, „um die Vielfalt der Betreuungsstrukturen aufrechtzuerhalten“. Deshalb würden in den nächsten Monaten als kurzfristige Maßnahme die Bezuschussungsmodalitäten für Mini-Kinderkrippen (Kinderkrippen mit einer Kapazität von mindestens sechs und höchstens 14 Plätzen) angepasst. Durch die neuen Modalitäten gewinne die finanzielle Bezuschussung für Betreuungs- und Verwaltungspersonal an Attraktivität. Die Regierung wolle dadurch die Schaffung von Mini-Krippen begünstigen – ein Modell, das es bislang in der DG nicht gebe.
Die Ministerin blickt indes optimistisch auf das zweite Halbjahr 2021: „Wenn alles nach Plan verläuft, dann werden wir in der zweiten Jahreshälfte 2021 schätzungsweise 74 weitere Betreuungsplätze in den privaten und konventionierten Betreuungsstrukturen vermelden können. Also Betreuungsmöglichkeiten für circa 110 Kinder. Abzüglich einiger Plätze, die ab Herbst wegfallen, würden wir dann immer noch ein Plus von 64 Betreuungsplätzen verzeichnen. Das entspricht mehr oder weniger 96 betreuten Kindern.“
Laut Kaleido Ostbelgien durchlaufen derzeit vier neue selbstständige Co-Initiativen die Anerkennungsprozedur – zwei im Norden und zwei im Süden der DG. Im Süden werde außerdem eine neue selbstständige Tagesmutter den Dienst aufnehmen und sich einer bestehenden Co-Initiative anschließen. Die Anzahl der Plätze bei den privaten Kinderbetreuungsstrukturen, die durch Kaleido begleitet werden, würde somit laut Prognose innerhalb eines Jahres um 47 Prozent ansteigen. Auch das Regionalzentrum für Kleinkindbetreuung (RZKB) rechnet laut Kommuniqué ab dem Herbst mit einem Zuwachs an konventionierten Tagesmüttern und somit der Schaffung von rund 31 neuen Betreuungsplätzen.
„Ich habe vernommen, dass wir auch bald den ersten Tagesvater (Co-Initiative Bergtrolle Raeren) in der Deutschsprachigen Gemeinschaft begrüßen dürfen. Vielleicht eröffnet sich somit dieser Beruf endlich auch für Männer“, so Klinkenberg.
Damit auch die Tätigkeit als konventionierte Tagesmutter (Tagesmutter im Teilstatut) weiter an Attraktivität gewinne, erhöht die Regierung die steuerfreie Tagesentschädigung für einen ganztägigen Betreuungsplatz ab dem 1. Oktober 2021 von derzeit 21,24 Euro auf 23 Euro, heißt es weiter. Somit erhielten die konventionierten Tagesmütter landesweit den höchsten Entschädigungsbetrag.
Derweil nehme die Neuausrichtung des Regionalzentrums für Kleinkindbetreuung (RZKB), die u. a. den konventionierten Tagesmüttern ein Vollstatut ermöglichen solle, weiter Form an. Eine Strategiegruppe des RZKB werde der Regierung im Herbst 2021 ein Konzeptpapier vorlegen, aus dem hervorgeht, wie die Umstrukturierung in eine paragemeinschaftliche Einrichtung aussehen könnte.
Abschließend weist die Ministerin darauf hin, dass die Online-Umfrage zur Ermittlung des Bedarfs an Betreuungsplätzen in der Kleinkindbetreuung auf reges Interesse gestoßen sei. Rund 650 (werdende) Eltern hätten an der Umfrage teilgenommen. Man werde die Sommermonate nutzen, um die Auswertung der Umfrage fertigzustellen und die Ergebnisse im Herbst der breiten Bevölkerung vorstellen, kündigte Lydia Klinkenberg an.
Die Ministerin zeigt sich sehr zufrieden mit der Entwicklung in der Kinderbetreuung und lobt die geleistete Arbeit des gesamten Sektors. „Wir werden uns nicht auf diesen Zahlen ausruhen, sondern den erfolgreich eingeschlagenen Weg konsequent und gemeinsam mit allen Akteuren weitergehen. Ein breit gefächertes Kinderbetreuungsangebot ist für eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf unerlässlich“, betont sie abschließend. (red/svm)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren