Insgesamt gebe es wesentlich mehr Interesse als bei der vorherigen Bewerbungsrunde im Jahr 2008, als rund 8.400 Menschen ins All fliegen wollten. Über 7.100 Bewerbungen kamen aus Frankreich – das Land liegt damit an der Spitze.
Die verlängerte Bewerbungsfrist war am Freitag ausgelaufen. Das Auswahlverfahren hat sechs Stufen – erst Ende kommenden Jahres soll die neue Raumfahrt-Crew feststehen. Gesucht werden vier bis sechs Raumfahrer in Festanstellung sowie eine „Reserve“ von bis zu 20 Menschen.
Der Anteil der Bewerberinnen stieg auf rund 24 Prozent, vor gut einem Jahrzehnt waren es nur gut 15 Prozent gewesen. Da Frauen in der Raumfahrt immer noch unterrepräsentiert sind, wurde ihnen bei der Rekrutierungskampagne der ESA besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Die italienische Astronautin Samantha Cristoforetti hatte sich in einer Video-Botschaft an zukünftige Kandidatinnen gerichtet: „Sagen Sie sich nicht, dass Sie nicht gut genug sind“, hatte sie darin geraten.
„Wir freuen uns über die Verbesserung des Geschlechterverhältnisses bei den Kandidaten für diese Astronautenauswahl, aber die Zahlen zeigen auch, dass es noch ein weiter Weg ist, um ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis in der Raumfahrt zu erreichen“, kommentierte David Parker, ESA-Direktor.
Bewerberinnen und Bewerber müssen mindestens einen Masterabschluss in Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Mathematik oder Informatik haben. Es gibt Vorgaben bei der Körpergröße, die Altersgrenze liegt bei 50 Jahren. Mehr als 200 Menschen, darunter zehn Belgier, bewarben sich auf die neue Stelle für eine Astronautin oder einen Astronaut mit einer körperlichen Behinderung. (dpa/belga/sue)

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