Mensch und Holz sind eng miteinander verbunden. Dieses Verhältnis wird gleichzeitig von Unabhängigkeit und Zuneigung geprägt. Holz ist Brennstoff, Baumaterial, Dekoration und Mobiliar sowie Rohstoff für viele Industrien, darunter die Chemie und vieles mehr. Unter dieses Motto hat das Malmundarium die neue Ausstellung im Dachgewölbe gestellt. Ebenfalls stellt der Holzsektor für die Gemeinden eine wertvolle und unabdingbare Einnahmequelle dar.
Durch den Klimawandel ist die Forstwirtschaft wieder in den Fokus gerückt, spielen doch die Wälder eine immer wichtigere Rolle beim Erreichen der Klimaziele. Zudem erfährt der Rohstoff Holz aktuell beim Häuserbau wieder eine Art Renaissance. Holzbauten werden auch in Belgien beliebter.
Die Stadtgemeinde Malmedy besitzt zahlreiche Waldungen und der Wertstoff gehört schon lange zu den wichtigsten Sektoren. Zahlreiche Berufe, die man in Großstädten kaum oder gar nicht kennt, gehören hier zum Alltag. Man denke nur an die Waldarbeiter, die in den Forsten unterwegs sind, oder die Holzrücker, die die gefällten Bäume aus dem Wald bis zum Straßenrand bringen, wo sie dann aufgeladen werden können. Zudem besitzt die Warchestadt eine lange Tradition in der Verarbeitung von Holz. Die Papierfabriken trugen zu einem gewissen Wohlstand bei und selbst, wenn der Konkurs der Papierfabrik Steinbach Intermills tiefe Wunden in die Ökonomie riss, so gehört diese verschwundene Industrie zur Geschichte der Stadtgemeinde.
Das zweite Papierwerk hat hingegen die Kurve bekommen und durch Umstrukturierung und Neuausrichtung auf andere Produkte seine Zukunft gesichert. Sogar in der Lederindustrie fand Holz für das Gerben der Felle Verwendung. All das können die Besucher im Rahmen der aktuellen Ausstellung in Augenschein nehmen. Zudem gibt es Wissenswertes über den Holzsektor in der Wallonie. 7.990 Unternehmen mit insgesamt 17.923 Arbeitsplätzen gehören dazu. Und in diesen Zahlen ist der Bausektor noch nicht einmal erwähnt. Vor allem gibt es immer mehr Betriebe, die neue Häuser aus einer Holzstruktur herstellen. Diese Bauten finden vor allem Verwendung bei nachhaltigen Vorhaben im Niedrigenergiesektor. Schon vor Jahrhunderten spielte die Verwendung von Holz im Bausektor in Malmedy eine wichtige Rolle. Damals wurden viele Fachwerkhäuser errichtet, wovon das eine oder andere noch heute steht. Wie eingangs erwähnt findet Holz heutzutage sogar Anwendung im Chemiesektor: Holzmoleküle werden zur Herstellung von Biokraftstoff, von Lösungsmitteln, in der Textil- oder Pharmaindustrie verwendet.
Auch die Borkenkäferkrise wird in der Ausstellung im Malmundarium thematisiert, und man kann sogar ein befallenes, aber absolut käferfreies Holzstück in Augenschein nehmen.
Ausstellung läuft bis Februar 2022.
Die Ausstellung läuft noch bis zum 22. Februar 2022. In der Hochsaison ist das Malmundarium, außer montags, sofern es keine Schulferien gibt, von 10 bis 12 Uhr und 13 bis 18 Uhr zu besichtigen. Ab Allerheiligen schließt die Ausstellung dann um 17 Uhr. (glo)




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