Der Gipfel findet am 16. Juni statt. Biden ist Mitte Juni zum ersten Mal seit der Amtsübernahme für längere Zeit in Europa. Dann nimmt er auch an Gipfeltreffen von sieben wichtigen Industrienationen (G7) und der Nato teil.
Genf war bereits im November 1985 Schauplatz eines historischen US-russischen Gipfeltreffens. Damals kam dort US-Präsident Ronald Reagan zu einem ersten Treffen mit Michail Gorbatschow zusammen, der wenige Monate zuvor zum Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) ernannt worden war.
Genf ist der europäische Sitz der Vereinten Nationen. Dort und in der Umgebung finden immer wieder diplomatische Verhandlungen statt. In den vergangenen Monaten waren das etwa Gespräche über die Zukunft Zyperns, ein Ende des Bürgerkriegs in Libyen und eine neue Verfassung für Syrien. Am Genfersee wurde auch über das Atomabkommen mit dem Iran, ein Ende der Ukraine-Krise und ein Abkommen zur Vernichtung der Chemiewaffen in Syrien verhandelt.
Aber zahlreiche internationale Konferenzen, die Genf sonst regelmäßig ausrichtet, finden wegen der Corona-Pandemie nun online statt, wie etwa gerade die Jahrestagung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Insofern hat die Stadt massiv Einnahmen eingebüßt. Das fast 150 Jahre alte Fünf-Sterne-Luxushotel „Le Richemond“ hat wegen des Einbruchs der Gästezahlen 2020 bis auf Weiteres geschlossen.
Deshalb hofft die Stadt auf positive Impulse, wenn der Gipfel von Putin und Biden ein Schlaglicht auf Genf wirft. „Der Gipfel gibt Genf zurück, was es in der Corona-Krise etwas verloren hat: seine internationale Rolle“, sagte Anne Emery-Torracinta, Staatsratchefin des Kantons (Ministerpräsidentin), dem Radiosender RTS. Tourismusdirektor Adrien Genier sagte im SRF: „Wir haben große Erfahrung mit solchen Treffen. Wir schaffen das.“ (dpa/calü)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren