Das Siegerlied „Zitti e buoni“ ist ein energetischer Rockbeitrag, der stark von der Stimme des Frontsängers Damiano David lebt. Übersetzt heißt der Songtitel der Band aus Rom „Still und brav“. Im Text geht es darum, sich nicht Konventionen zu beugen, sondern ausgeflippt und anders als die anderen zu sein. Da die Bassistin Victoria aus Dänemark stammt, wählte die Gruppe als Band-Namen das dänische Wort für Mondschein: Måneskin.
Die Rockband wurde 2017 mit ihrer Teilnahme an der italienischen Ausgabe der Castingshow „X-Factor“ bekannt. Die Mitglieder lernten sich in der Schule kennen und gründeten die Gruppe 2016.
Sie gewannen Anfang März das diesjährige Festival di Sanremo und waren damit von der RAI, der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt Italiens, als ESC-Teilnehmer automatisch gesetzt.
Für Belgien ging am Samstagabend die Band Hooverphonic mit dem Song „The Wrong Place“ ins Rennen. Obschon Frontfrau Geike Arnaert fehlerfrei sang, vergab das Publikum nur drei Punkte an die Band. Die Fachjury hatte Belgien jedoch auf den dreizehnten Platz gesetzt. Von der Fachjury in Litauen erhielt Belgien die höchste Punktzahl (sieben Punkte). Die Jurymitglieder aus Frankreich, den Niederlanden und Israel gaben dem belgischen Beitrag sechs Punkte.
Der 65. Eurovision Song Contest fand in Rotterdam statt, weil 2019 der niederländische Sänger Duncan Laurence mit seiner Ballade „Arcade“ in Tel Aviv gewonnen hatte. Letztes Jahr fiel der ESC wegen der Corona-Pandemie aus.
In diesem Jahr gehörte der gesamte Song Contest zu einem wissenschaftlichen Feldversuch. Unter strengen Bedingungen sollte geprüft werden, wie man Großereignisse auch während der Pandemie veranstalten kann. Alle Besucher mussten ein negatives Testergebnis vorweisen und Maske tragen, sobald sie ihren Sitzplatz verlassen. Auch alle Künstler, ihre Teams und alle Mitarbeiter wurden mehrfach getestet.
Die Delegationen befanden sich in Rotterdam in Quasi-Quarantäne. Sie durften ihre Hotels nur zu den Proben und Auftritten verlassen. Da es bei Islands Gruppe einen positiven Corona-Test-Fall gab, trat die Band nicht live auf, sondern wurde nur als Video eingespielt.
26 Lieder konkurrierten im Finale. Insgesamt nahmen am ESC in diesem Jahr 39 Länder teil. 13 Beiträge wurden in den beiden Semifinals aussortiert, darunter die Beiträge aus Österreich, Tschechien, Dänemark und dem seit 2015 teilnehmenden Australien.
Neben Deutschland sind als große Geldgeber automatisch Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien fürs Finale gesetzt, ebenso der Gastgeber, also diesmal die Niederlande. Die Zuschauer konnten wie immer über den Sieger mit abstimmen, jedoch nicht fürs eigene Land. Ihr Voting wurde ergänzt von Juroren.
2021 war die Punkteverkündung von Fachjurys und Publikum zum fünften Mal getrennt, zuerst wurde per Schalte in alle 39 Teilnehmerländer das Juryvoting abgefragt, das die Schweiz gewann. Dann verlasen die Moderatoren das Televote (die Zuschauerstimmen), bei dem sich Italien am Ende mit 524 Punkten vor Frankreich mit 499 durchsetzte. (dpa/belga)

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