Haus Zahlepohl in Raeren öffnet mit Café, Fahrrädern und Kultur

<p>Haus Zahlepohl in Raeren öffnet mit Café, Fahrrädern und Kultur</p>

Die neuen Betreiber von Haus Zahlepohl scharren gewaltig mit den Hufen. Nur die Tische stehen an diesem Mittwoch noch nicht vor dem Haus. Joachim Siemon-Croé stellt einen Cappuccino auf den Tisch, auf die Theke hat Natascha Croé eine selbstgemachte Rhabarbertorte gestellt. „Das Konzept des Hauses ist Café und Bistro“, sagt Siemon-Croé, der Freunden des Kabaretts auch als „Heinz im Sinn“ bekannt ist. Das zweite Betreiberpaar sind Ole Habermehl und Heike Stoffels, die man in Raeren als Betreiber der „Radcabine“ kennt.

Kombination aus Café und Fahrradgeschäft

So darf sich der Besucher nicht wundern, wenn er, insofern er denn endlich darf, durch ein Spalier hochwertiger Stahlrösser wandelt, wenn er in den Gastraum möchte, denn Café und Fahrradgeschäft sind kombiniert. Diese Kombi findet man tatsächlich manchmal in Deutschland. „Wir hatten auch schon im alten Geschäft eine Kaffeemaschine und einen Tisch“, erzählt Habermehl, der künftig nicht nur hochwertige Räder verkaufen, sondern auch die große Espressomaschine im Café bedienen wird.

Der Bezug zum Drahtesel ist auch im Gastraum des Cafés sichtbar. An der Wand hängen ein Kinderrad und eine der letzten Rennmaschinen aus der Manufaktur von Eddy Merckx. Schließlich sollen die Radtouristen auch ein wichtiges Standbein des neuen Bistros werden. Das andere Standbein sollen Raerener sein, die einfach einen schönen Treffpunkt im Dorf haben wollen und sich von der Ur-Raerenerin Natascha Croé mit einem leckeren Kaffee, Kuchen, einer Quiche, einem Starkbier oder anderen Leckereien verwöhnen lassen wollen. Denn der fehlte bisher im Dorf. Natürlich ist auch sonst jeder willkommen, der einen schönen Nachmittag mit seinen Freunden und netten Gastgebern verbringen will.

„Ich verkaufe aber keine Räder“, sagt Siemon-Croé. Sein zweiter Schwerpunkt ist das dritte Standbein des neuen Teams. Es geht die Treppe hinauf in den Saal. Hier sind schon erste Vorbereitungen für eine Fotoausstellung der Raerener Künstlerin Sarah Nix im Gange. Später sollen dort neben Ausstellungen auch Konzerte, Kleinkunstabende und verschiedenes mehr, was die Kultur im Dorf belebt, stattfinden. Dass auch „Heinz im Sinn“ mit Band sein humoristisches Können zeigen wird, versteht sich von selbst.

Ein Schwerpunkt in Küche und Keller ist sicher das Lokale. Bierliebhaber bekommen unter anderem die guten Tropfen aus den Häusern Grain d’Orge aus Hombourg und Val Dieu auf die Zunge. Ein wenig experimentieren die Vier noch mit dem Bierangebot. So will man regelmäßig ein „Bier des Monats“ kredenzen, das bei Nachfrage auch den Weg auf die Karte finden kann. Für den Kaffee hat man eine gute Rösterei aus Antwerpen aufgetan. Auch beim Wein setzen die vier Kenner auf Qualität. „Wir wollen deutschen Wein bekannter machen. Daher haben wir zwei hervorragende Weingüter von der Mosel und aus der Pfalz ausgesucht“, sagt Siemon-Croé.

Lokale Nahrungsmittel stehen im Fokus.

Ob es zum Wein auch „Käsefüße“, ein in Fußform ausgestochenes Käsegebäck gibt, überlegen die fleißigen Wirte noch. „Aber Bremsklötze gibt es in jedem Fall“, sagt Heike Stoffels. Damit sind übrigens keine Frikadellen, sondern feine Nussecken gemeint, die aus Hommage an das Fahrrad unter diesem Namen laufen werden. Auch beim Essen setzt man auf das Lokale. Wer zum Frühstücken kommt, bekommt die leckere Wurst vom Metzger Kreusch. Das Gemüse für die Quiches und Salate liefert ein Gemüsehändler aus Eupen. Auch hier wollen die Vier Experimente wagen, vielleicht einmal eine leckere Grüne Sauce aus der hessischen Heimat von Siemon-Croé.

Jedenfalls haben sie alles bestens vorbereitet und freuen sich darauf, ihre Gäste heute endlich auf der schicken Terrasse vor dem Eingang und im lauschigen Innenhof zu begrüßen, wo die Tische schon auf sie warten.

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