Mit großem Interesse habe ich diesen Artikel im GrenzEcho gelesen. Zu Zeiten des früheren Chefredakteurs Henri Michel wäre so etwas nicht möglich gewesen. Als Junge, der gegenüber der Nikolauskirche wohnte, hatte ich gehört von Filmvorführungen im katholischen Pfarrsälchen. Als ich meinen Vater fragte, ob ich dort hingehen dürfte, meinte er: „Ja, geh nur, das sind ja auch anständige Leute“. Bei einigen der ersten Vorführungen, wo ich dabei war, rief einer „Jüessen erauss!“ Der damalige Kaplan Lennerts hielt den Film an und rief: „Wer hat das gerufen? So was will ich nicht mehr hören, sonst fliegt der raus, der sowas ruft - verstanden! Evangelische sind auch Christen wie wir“. Das war vor mehr als 70 Jahren.
Wenn ich zurückdenke, war das für mich so etwas wie der Anfang der Ökumene. Nach Papst Pius XII. kam eine großartige Wende mit Johannes XXIII. Ab da ging es immer weiter und erreichte einen Höhepunkt mit der gegenseitigen Anerkennung in der Rechtfertigungslehre, die feierlich 1999 in Augsburg beschlossen wurde. Der frühere Prof. Gatzweiler sagte danach: „Jetzt sind wir uns in der Lehre einen Riesenschritt näher gekommen, und ein großer Stein des Anstoßes ist in der Glaubensfrage aus dem Wege geräumt“. Die jeweilige Anerkennung in der Tauffrage andererseits gibt es ja schon seit 1973. Ich glaube langsam, das gegenseitige Näherkommen ist nicht mehr aufzuhalten. Ich glaube, unser Herr Jesus würde sich auch darüber freuen, hat er doch einmal gesagt: Auf dass sie alle eins seien. Mit christlichen Grüßen.
Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren