Aus der Sicht eines Durchschnittsbürgers: Als die Restaurants zum ersten Mal schließen mussten, wusste keiner, worauf wir uns so richtig einlassen – und über die Krankheit wissen wir auch heute noch nicht alles.
Nach einiger Zeit durfte der HoReCa wieder für einen kurzen Zeitraum öffnen. Viele Betriebe hatten Konzepte erarbeitet und in ihre Infrastruktur investiert, um das Infektionsrisiko einzudämmen. Augenscheinlich „lief es“. Dann wurde wieder alles dichtgemacht, mit der Begründung, dass Infektionen auf Restaurantbesuche zurückzuführen seien. Das ist eine relativ grobe und allgemeine Aussage, die nicht näher erklärt wurde.
Später wird ein Wiedereröffnungsdatum für Mai in Aussicht gestellt. Viele Betriebe hängen mittlerweile am Tropf oder gehen am Stock. Die Alternative „take away“ erweist sich nicht wirklich als eine gute Option. Nun wird das Datum der Wiedereröffnung (eventuell) erneut verschoben.
Was können wir feststellen?
1. Die Kommunikation und Begründung der Maßnahmen sind dürftig.
Die Bevölkerung erwartet gute und detaillierte Antworten. Wenn wir das Problem erklärt bekämen und die Gedankengänge verstünden, würde die Akzeptanz der Maßnahmen wachsen. Immerhin sind 99,9% der Belgier keine Virologen. Deshalb sollte dringend an der Kommunikation gefeilt werden.
2. Seit einem Jahr leben wir nun mit dieser Pandemie. Es wäre doch wesentlich förderlicher, wenn die Regierungen unseres Landes Pläne vorstellten, in denen sie das Leben mit der Pandemie – nicht nach ihr – erläutern würden. Perspektiven für den HoReCa müssten doch das Ziel sein, genau wie für alle anderen Sektoren auch.
Damit mir keiner vorwerfen kann, ich sei ein Verschwörungstheoretiker: Ich lasse mich impfen, trage eine Maske und stehe allen wissenschaftlichen und gründlich recherchierten Argumenten offen gegenüber. Alles, was ich als Steuerzahler erwarte, sind verständliche Erklärungen für die Maßnahmen.
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