In mindestens 87 Städten seien mehr als 5.100 Demonstranten in Polizeigewahrsam gekommen, berichtete das Portal Owd-Info in der Nacht zum Montag. So viele Festnahmen habe es seit der Gründung der Organisation vor gut neun Jahren noch nie gegeben. Die Aktivisten helfen festgenommenen Demonstranten und veröffentlichen Statistiken.
Die Menschenrechtler beklagten zudem ein „unverhältnismäßig brutales Vorgehen“ der Sicherheitskräfte gegen friedliche Demonstranten. Mehr als 50 Menschen seien bei ihrer Festnahme geschlagen worden. Mehr als 90 Journalisten wurden demnach in 31 Städten Russlands festgenommen. „Die Polizei mischte sich absichtlich in die Arbeit der Presse ein, die über die Proteste berichten wollte“, hieß es.
Am Sonntag gab es in mehr als 100 Städten Demonstrationen für eine Freilassung von Nawalny und gegen Korruption sowie Justizwillkür. Die Aktionen waren allesamt nicht genehmigt. Bei Festnahmen droht eine Geld- oder Haftstrafe. Bereits vor mehr als einer Woche gab es bei Massenprotesten in Russland den Menschenrechtlern zufolge rund 4.000 Festnahmen. Die Behörden kommentierten diese Zahlen nicht.
Nawalny war vor gut zwei Wochen direkt nach seiner Rückkehr aus Deutschland an einem Moskauer Flughafen verhaftet worden, wo er sich fünf Monate lang von einem Giftanschlag erholt hatte. Der 44-Jährige macht Präsident Wladimir Putin und den Inlandsgeheimdienst FSB für das Verbrechen verantwortlich. Putin und der FSB wissen das zurück. (dpa/calü)

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Ist ja fast wie in Brüssel
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