Das Informationsblatt mit dem Namen „Raerener Schaukasten“ flattert seit Jahren in die Haushalte der Gemeinde, um die Bürger auf dem Laufenden zu halten. In Zukunft soll das Heftchen einer Frischzellenkur unterzogen werden.
Die neue Webseite wird laut Ulrich Deller „modern, klar aufgestellt und besser sortiert“ sein.
Die Mandatare genehmigten am Donnerstagabend einstimmig das Lastenheft und die damit einhergehende Kostenschätzung. Ein neues Konzept für ein professionelles Layout und die grafische Gestaltung soll u. a. von den Anbietern erarbeitet werden. Dabei wünschen die Gemeindeverantwortlichen eine enge Anlehnung an die neue Webseite der Gemeinde, die in Kürze online gehen soll.
Auf insgesamt 100.000 Euro beläuft sich der Schätzpreis für die Erstellung der überarbeiteten Gemeindebroschüre von der Planung bis zum Druck in einen Gesamtzeitraum von vier Jahren. Es sollen zwei Ausgaben jährlich erscheinen. Diese Summe ist in den Augen der Opposition recht hoch gegriffen. „Es wurde ein Maximalbetrag in den Raum gestellt. Auch preiswertere Varianten sind willkommen“, beschwichtigte Bürgermeister Erwin Güsting (Mit Uns). Insgesamt konnte die CSL-Opposition dem Vorhaben Gutes abgewinnen. Tom Simon (CSL) hob die Bedeutung der Weiterführung der Broschüre in Papierform hervor: „Es ist wichtig, dass sie bestehen bleibt, für alle Raerener, die nicht in den sozialen Medien unterwegs sind.“
Laut Schöffe Ulrich Deller (Ecolo) werde mit der neuen Form des „Schaukasten“ eine deutliche Verbesserung einhergehen. Es werde beispielsweise anderes Papier genutzt. Er ist überzeugt, dass der Aufwand verringert und die Attraktivität gesteigert werde. Besonders die Anlehnung an die neue Webseite hob er als Pluspunkt hervor.
Über den genauen Stand der Webseite wollte Monika Höber-Hillen (Ecolo) informiert werden. Fraktionskollege Deller erläuterte, man wolle die neue Seite bereits Anfang der Woche freischalten. Momentan würden noch Rückmeldungen seitens der Fraktionen eingebaut. Er lobte das neue Produkt als „modern, klar aufgestellt und besser sortiert“. Er hob außerdem den „starken lokalen Bezug“ hervor, der u. a. dadurch entstehe, dass Bilder eingearbeitet worden seien, die Bürger im Rahmen eines Fotowettbewerbs eingereicht hatten. Damit die Seite aber auch attraktiv und aktuell bleibt, wurde innerhalb der Verwaltung an einigen Stellschrauben gedreht. „Es gibt ab sofort in jedem Dienst eine Person, die Aktualisierungen vornehmen kann. So wird der Flaschenhals beseitigt, den es vorab manchmal gab“, so Deller.
Eine weitere Neuheit der Webseite ist der E-Guichet. Über dieses digitale Portal können Bürger künftig Dokumente anfordern und erhalten. Nach eigenen Angaben ist Raeren die erste DG-Gemeinde, die diesen Dienst anbietet. „Vielleicht sind wir altersmäßig nicht das jüngste Kollegium in der DG. Aber was den Fortschritt angeht, sind wir es schon“, so das Eigenlob von August Boffenrath (Mit Uns) an sich und die Kollegen. Im Rahmen der Einführung des E-Guichet wurden in der Sitzung am Donnerstagabend auch die Steuern auf das Ausstellen von Verwaltungsdokumenten für die Jahre 2021 bis 2024 angepasst. Mehrere Zertifikate und Unterlagen, die künftig digital beantragt werden können, werden in Zukunft kostenlos angeboten. Es geht dabei beispielsweise um Geburtsurkunden, Scheidungsurkunden, Haushaltszusammensetzungen, Auszüge aus dem Strafregister und mehr. „Es wäre sinnlos bei einer Onlinebestellung dieser Dokumenten, die Buchhaltung damit zu beauftragen, die Kosten einzutreiben. Der Aufwand stünde in keinem Verhältnis.“ Daher werden diese Dokumente künftig für alle Bürger kostenfrei ausgestellt – ob online beantragt oder auf traditionellem Weg.
Auch die Opposition sah das als einen Dienst am Bürger und begrüßte den Schritt, den
Kein Wunder also, dass auch diese Entscheidung, genau wie die restlichen Tagesordnungspunkte der Sitzung, einstimmig ausfiel.
(nawi)

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