Tänak führt bei der Monte, Neuville Vierter

<p>Thierry Neuville unterwegs auf der ersten Tagesetappe der Rallye Monte Carlo</p>
Thierry Neuville unterwegs auf der ersten Tagesetappe der Rallye Monte Carlo | Foto: Hyundai Motorsport

In den französischen Hochalpen ging die neue Rallye-WM-Saison am Donnerstagnachmittag an den Start, wegen der Coronakrise wohlgemerkt ohne Publikum. Viele Blicke richteten sich dabei auf den gebürtigen St.Vither Thierry Neuville (Hyundai), der erstmals mit seinem neuen Beifahrer Martijn Wygaedhe antrat. Beide schnitten auf Anhieb durchaus vielversprechend ab. „Martijn hat einen guten Job gemacht“, lobte der Wahlmonegasse seinen Copiloten zu der höchst anspruchsvollen Premiere, die sich völlig unverhofft erst am Freitag vergangener Woche abgezeichnet hatte: „Das ist schon ein komisches Gefühl.“

Wie bei der legendären Monte gewohnt, erwiesen sich die beiden ersten WP mit wechselnden Straßenverhältnissen als ziemlich tückisch. Die Bahn war feucht bis nass. Da waren weiche Reifen angesagt. Teemu Suninen war überraschend auf dem Weg zur Bestzeit in WP 1. Doch dann beging der ungestüme Finne einen Fahrfehler: Er prallte mit seinem Ford Fiesta links gegen eine Böschung, überschlug sich und rutschte rechts einen Abhang hinunter. Damit scheint die Rallye für ihn gelaufen. „Wir sind etwas von der Ideallinie abgekommen“, bedauerte der Fahrer den folgenschweren Crash.

Ogier: „Ich war vorsichtig.“

Umso erfolgreicher lief es für Ott Tänak. Der Ex-Weltmeister überzeugte im Hyundai mit zwei Bestzeiten in Folge, trotz technischer Unzulänglichkeiten: „In der ersten Prüfung hatte ich Probleme mit der Sicht, da der Scheibenwischer nicht richtig funktionierte. Und am Start der zweiten WP habe ich den Motor abgewürgt.“ Sein Stallgefährte Thierry Neuville landete auf dem fünften und vierten Platz. Derweil bei Toyota Vize-Weltmeister Elfyn Evans und Jungstar Kalle Rovanperä an der Spitze mitspielten, konnte ihr Teamkollege Sébastien Ogier bei seinem Heimspiel dem Tempo nicht folgen: „Ich war vorsichtig. Denn mit den Bremsen stimmt etwas nicht.“

<p>Thierry Neuville am Start der Rallye Monte Carlo</p>
Thierry Neuville am Start der Rallye Monte Carlo | Foto: Hyundai

Beim neuen Duo Thierry Neuville-Martijn Wydaeghe ist die Harmonie natürlich noch längst nicht perfekt. „Seit Samstag arbeiten wir hart zusammen, damit wir baldmöglichst die erforderliche Abstimmung schaffen“, so der Hyundai-Pilot: „Es geht vor allem um mein Aufschriebsystem. Martijn hat bereits merkliche Fortschritte gemacht. Auch ist eine optimale Verständigung zwischen uns unerlässlich: Seine Muttersprache ist Niederländisch, meine Deutsch, wir tauschen uns auf Französisch aus. Die Betonung, die Aussprache und der Rhythmus müssen beim Vorlesen aus dem Gebetbuch passen. Aber das sollte schon bald klappen.“ Weitere Aspekte sind der Wechsel der Reifen, Veränderungen am Fahrwerk oder eventuelle Reparaturen am Auto auf der Verbindungsstrecke zwischen zwei WP. Was mit Ex-Copilot Nicolas Gilsoul quasi automatisch lief, muss sein Nachfolger noch lernen.

Klassierung nach WP2

1. Tänak (Hyundai)

2. Rovanperä (Toyota + 3,3)

3. Evans (Toyota + 8,5)

4. Neuville (Hyundai + 16,0)

5. Ogier (Toyota + 16,9) usw.

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