Mathias Cormann einer von drei Kandidaten mit starker Unterstützung

<p>Mathias Cormann darf sich nach wie vor Hoffnungen auf den Posten des OECD-Generalsekretärs machen.</p>
Mathias Cormann darf sich nach wie vor Hoffnungen auf den Posten des OECD-Generalsekretärs machen. | Foto: dpa

Nach dem Interviewprozess und der ersten Runde der Konsultationen mit den OECD-Mitgliedsländern (am 7. und 8. Januar) sind dem Vernehmen nach die Kandidaten in drei Gruppen eingeteilt worden: mit starker, guter oder mäßiger Unterstützung.

Zu den drei Kandidaten, die bislang eine starke Unterstützung erfahren, gehört neben dem ehemaligen australischen Finanzminister Cormann die ehemalige schwedische EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström sowie der ehemalige Schweizer Nationalbankpräsident Philipp Hildebrand.

Die nächste Gruppe mit „guter“ Unterstützung umfasst Kandidaten aus Kanada, den USA, Dänemark und Griechenland. Zu dieser gehört auch die estnische Präsidentin Kersti Kaljulaid, der ebenfalls Chancen eingeräumt werden.

Im Rennen um den Posten standen Anfang November zehn Kandidatinnen und Kandidaten fest. Zwei von ihnen, die bislang nur mäßig unterstützt wurden, haben sich bereits aus dem Verfahren zurückgezogen.

Am Samstag brach der 50-jährige Raerener von Perth in Richtung Paris auf, wo am Donnerstag und Freitag dieser Woche eine zweite Phase des Auswahlverfahrens stattfindet, deren Ergebnisse am 28. Januar bekannt gegeben werden sollen. Der gesamte Prozess dauert bis Anfang März.

„Es ist noch relativ früh in diesem Auswahlverfahren. Da liegt noch eine lange Wegstrecke vor uns“, sagte Cormann nach seiner Ankunft am Sonntag in Paris gegenüber dem GrenzEcho.

Cormann war von Australien für den Posten vorgeschlagen worden. Der australische Premierminister Scott Morrison bezeichnete dies als die „wichtigste Nominierung des Landes für ein großes internationales Gremium seit Jahrzehnten“.

Der OECD-Generalsekretär wird von den 38 Mitgliedsländern in einem Konsensverfahren für fünf Jahre bestimmt. Amtsantritt ist der 1. Juni. Amtsinhaber Angel Gurría hatte im Juli 2020 angekündigt, sich nicht um ein weiteres Mandat zu bewerben. Der ehemalige mexikanische Außenminister wird die Spitze der Organisation nach 15 Jahren im Amt verlassen.

Cormann hatte sich in den vergangenen Monaten in zahlreichen Mitgliedsländern, so auch in Belgien, vorgestellt. „Mit den verschiedenen Regierungen der OECD-Länder hatten wir durchweg sehr gute und konstruktive Gespräche und werden diese auch fortführen“, erläuterte der Ostbelgier, der sich nicht zu seinen möglichen Chancen äußern möchte: „Das Auswahlverfahren folgt einem sehr gründlichen Prozess. Ich bin mir sicher, dass schlussendlich die richtige Person das OECD-Team in den nächsten fünf Jahren führen wird.“

Die OECD ist aus dem Marshall-Plan hervorgegangen und spielt eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung der wirtschaftlichen Agenda. Die OECD, die ihren Sitz im Zentrum von Paris hat, verfügt über ein Jahresbudget von 386 Millionen Euro und beschäftigt rund 3.500 Mitarbeiter.

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