Kaum Neuinfektionen nach Corona-Ausbruch im Raerener Marienheim

<p>Inzwischen ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Raerener Marienheim stark rückläufig.</p>
Inzwischen ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Raerener Marienheim stark rückläufig. | Foto: David Hagemann

Die vergangenen Wochen waren eine Zerreißprobe für Mitarbeiter und Bewohner des Marienheims. Mitte Dezember war in der Senioreneinrichtung trotz hoher Sicherheitsvorkehrungen das Coronavirus ausgebrochen.

Das Virus hatte sich Mitte Dezember rasant ausgebreitet: 71 Bewohner und 35 Mitarbeiter hatten sich innerhalb kürzester Zeit infiziert. „Im Dezember und Januar sind fünf Bewohner mit und zwei weitere an einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben“, bilanziert ein bestürzter Patrick Laschet mit großem Bedauern. Gleichzeitig ist er erleichtert, dass inzwischen alle übrigen Bewohner, die sich infiziert hatten, wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden konnten.

Infizierte wurden von gesunden Bewohnern getrennt.

Um eine weitere Ausbreitung einzudämmen, hatte die Heimleitung schnell reagiert und in Absprache mit der DG unverzüglich alle notwendigen Maßnahmen getroffen: „Unsere Strategie war es, infizierte Bewohner in einem Wohnbereich zu isolieren, sodass sie keine weiteren Bewohner anstecken konnten“, erklärt Patrick Laschet, Leiter der Einrichtung. Gleichzeitig habe das Pflegepersonal Teams gebildet, wovon eines ausschließlich in besagtem Wohnbereich eingesetzt wurde. „Auf diese Weise ist es uns gelungen, die Verbreitung einzudämmen“, zeigt sich der 57-Jährige erleichtert.

Inzwischen ist die Zahl der Neuinfektionen stark rückläufig. „Die Bewohner, die zuletzt noch positiv getestet worden waren, weisen inzwischen ein negatives Testergebnis vor. Das ist ein gutes Zeichen“, so Laschet.

„Wir sind vorsichtig positiv gestimmt und zuversichtlich, dass es überstanden ist.“ Am kommenden Montag wird abermals getestet – in der Hoffnung, dass sich der gegenwärtige Trend fortsetzt.

Der Corona-Ausbruch hatte einen Strich durch die Impfpläne des Marienheims gemacht. Weil nur geimpft werden kann, wer nicht infiziert ist, hatte der Impfstart, der in dem Altenheim ursprünglich am 5. Januar hätte fallen sollen, um einen Monat verschoben werden müssen. Am 3. Februar soll nun definitiv mit dem Impfen begonnen werden. „Der Idealfall wäre, das bis dahin kein Bewohner mehr coronapositiv ist“, so Laschet, der optimistisch ist, dass der neue Termin eingehalten werden kann.

Von insgesamt 144 Bewohnern haben sich nur drei gegen eine Impfung entschieden. Unter den Mitarbeitern ist die Impfbereitschaft ebenfalls hoch, allerdings erst seit kurzem. Offenbar hat der jüngste Corona-Ausbruch ein Umdenken ausgelöst. Während zuvor gerade einmal 30 Prozent der insgesamt 160 Mitarbeiter – darunter Pfleger, hauswirtschaftliches und therapeutisches Personal sowie Verwaltungspersonal – einer Impfung zugestimmt hatten, sind es inzwischen knapp 84 Prozent, wohl wissend, dass die Entscheidung einiger Mitarbeiter noch aussteht.

„Das Personal war Anfang Januar noch eher zögerlich, was das Impfen angeht, so wie es auch in anderen Einrichtungen der Fall war, beziehungsweise ist. Inzwischen stelle ich eine viel größere Akzeptanz beim Personal fest“, zeigt sich Laschet erleichtert. „Dies vor dem Hintergrund, dass man nun selbst erlebt hat, wie aggressiv das Virus um sich greift, wenn es einmal ausgebrochen ist“, vermutet er. Der Heimleiter selbst geht mit gutem Beispiel voran und möchte sich „selbstverständlich“ auch impfen lassen. „Das stand aber schon vom ersten Tag an fest“, betont er.

Striktes Besuchsverbot soll schnellstmöglich aufgehoben werden.

Sobald Bewohner und Personal geimpft sind, sollen die Senioren, die ihre Liebsten seit Wochen nicht gesehen haben, auch wieder (Box- oder Tisch-) Besuch empfangen dürfen. „Wenn sich alles weiter gut entwickelt, wird das Besuchsverbot im Laufe der ersten Februarwochen aufgehoben“, stellt Patrick Laschet in Aussicht.

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