Der Einzige, der sich traute, war PSG-Weltmeister Kylian Mbappé - mit warmen Worten an Tuchel, der schon wieder einen Club im Unfrieden verlässt und über dessen Zukunft sogleich wild spekuliert wurde.
„Das ist leider das Gesetz des Fußballs. Aber niemand wird Ihre Amtszeit hier vergessen“, schrieb Mbappé bei Instagram. In seinen zweieinhalb PSG-Jahren habe Tuchel „ein schönes Kapitel in der Vereinsgeschichte geschrieben“, ergänzte der 22 Jahre alte Starspieler, „und ich möchte mich bei Ihnen bedanken, Coach“. Die Führungsriege des Pariser Glanzvereins sah das offensichtlich anders.
Der genaue Ablauf kurz vor Weihnachten blieb unklar. PSG gewann am 23. Dezember mit 4:0 gegen Racing Strasbourg, am Folgetag meldeten deutsche und französische Medien das Tuchel-Aus. Die „Bild am Sonntag“ schrieb, dass sich die Verhandlungen über die Auflösung des bis zum Sommer 2021 datierten Vertrages noch ziehen würden. Dabei wird es um einen Millionenbetrag gehen. Tuchels Verhältnis zu PSG-Sportdirektor Leonardo gilt seit Monaten als schwierig bis nicht mehr existent.
„Erwartet wie der Weihnachtsmann“, schrieb die französische Sportzeitung „L'Equipe“ am ersten Feiertag. In Paris wird längst der Argentinier Mauricio Pochettino als Nachfolger des einstigen Coaches des FSV Mainz 05 und von Borussia Dortmund gehandelt. Dieser, zuletzt bei Tottenham Hotspur unter Vertrag, solle sogleich seinen Landsmann, den sechsmaligen Weltfußballer Lionel Messi mitbringen. Dieser war im Sommer nur unter Protest beim FC Barcelona geblieben - und die Paris-Fans träumen seit jeher von der Wiedervereinigung von Messi und Neymar, der sich am Wochenende nicht zur Trainerfrage äußerte.
Wie es mit Tuchel weitergeht, ist offen. Der 47-Jährige hat sich nicht erst durch den Einzug ins Champions-League-Finale im vergangenen Sommer (0:1 gegen den FC Bayern) einen überaus guten Ruf als Trainer-Fachmann erarbeitet. Allerdings hatte es auch in Mainz und Dortmund zum Ende seiner jeweiligen Amtszeiten im zwischenmenschlichen Bereich geknirscht.
(dpa)

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