Über 100 Feiernde bei Riesen-„Corona-Party“ in Laeken

<p>Die Location der „Corona-Party“ in Laeken. In der Lagerhalle wurde eine Disco errichtet, inklusive Beschallungsanlage.</p>
Die Location der „Corona-Party“ in Laeken. In der Lagerhalle wurde eine Disco errichtet, inklusive Beschallungsanlage. | Foto: belga

Beim Eintreffen der Ordnungskräfte, die mehrere Beschwerden über Lärmbelästigung nachgehen wollten, flüchteten die Partybesucher in Scharen. Dank der Verstärkung konnte die Polizei 60 Personen identifizieren, für die Protokolle erstellt wurden.

Lagerhalle wurde professionell umgebaut. Es gab sogar einen Shuttle-Service.

Die Teilnehmer kamen aus dem ganzen Land, aber auch aus den Niederlanden und Frankreich. Das mehr als 200 qm große Lagerhaus wurde zu einer Shisha-Bar und einer Disco umgebaut. Außerdem wurde eine Beschallungsanlage installiert. Es wurden alkoholische und nicht-alkoholische Getränke angeboten, zusätzlich zur Verwendung von Shishas. Es wurden auch Kapseln mit Lachgas gefunden. Die Polizei beschlagnahmte die Geräte und versiegelte den Ort.

„Das war beeindruckend, die Vorbereitung zu sehen, die dem vorausging. Das war nicht einfach improvisiert“, so Polizeisprecher Olivier Slosse: „Das Equipment wurde gemietet, die Getränke wurden vor Ort abgeholt. In diesem Fall gab es sogar einen Shuttle-Service, bei dem die Leute an einer anderen Adresse abgeholt werden, um zur Party-Location transportiert zu werden. Das sind wirklich Leute, die ganz bewusst Partys veranstalten, obwohl sie sehr genau wissen, dass sie das nicht dürfen.“

Die Staatsanwaltschaft muss nun entscheiden, was mit den 60 erwischten Personen sowie dem Veranstalter geschieht. Sie riskieren mindestens eine Geldstrafe von 250 Euro (für den Veranstalter 750 Euro). Wenn die Fälle vor Gericht landen, dürften die Strafen viel höher ausfallen.

Im Fernsehen meldete sich am Sonntag sogar Justizminister Vincent Van Quickenborne (Open VLD) zu Wort. Er ist der Meinung, dass die Staatsanwälte die Leute schneller direkt ans Gericht verweisen sollten. „Es gibt bestimmte Leute, die nicht hören wollen, dann sollen sie es spüren“, sagte der Minister.

Die Staatsanwaltschaft Brüssel könne durchaus mit dem Staatsanwalt vereinbaren, dass anstelle von Geldstrafen die Leute direkt vor Gericht geladen werden. „Da sprechen wir von Bußgeldern von 1.000 Euro und mehr. Ich denke, das ist die Art von Überlegung, die man am besten anstellt. Die Durchsetzung muss streng sein“, so Van Quickenborne weiter.

Dabei war die Party in Laeken nicht die einzige aufgedeckte Lockdown-Party in der vergangenen Nacht. Es gab auch eine Party mit 27 Personen in einem Hotel und eine kleinere Feier mit neun Personen, beide im Stadtzentrum. Und auch in Antwerpen gab es einige „Corona-Partys“. In Deurne wurden zwei Feten mit etwa 20 Personen entdeckt. „Auffällig war, dass bei den beiden Partys nur Frauen anwesend waren“, sagt der Antwerpener Polizeisprecher Willem Migom: „Eine der Partys befand sich in einem geschlossenen Café, das sorgfältig abgeklebt worden war. Aber nach einem Tipp haben wir die Feier aufgelöst. Dort haben wir insgesamt 18 Frauen entdeckt“, so der Sprecher.

Auch in der Wallonie wurden hier und da Feiernde erwischt. So wurde zum Beispiel in Virton (Provinz Luxemburg) in einem Ferienhaus eine Lockdown-Party mit etwa 50 Franzosen von der Polizei aufgelöst. Und wie bereits gemeldet, wurde auch in Eupen eine „Corona-Party“ von der Polizei beendet. (belga/mv/vrt)

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