Aus diesem Grund traf der Gemeinderat im Rahmen der jüngsten Ratssitzung verschiedene Entscheidungen, die dem Personal zugutekommen, wie die Gewährung von Mahlzeitchecks. Diese Maßnahme tritt am 1. Januar 2021 in Kraft. „Diese Mahlzeitchecks bringen jedem Personalmitglied zwischen 120 und 140 Euro mehr im Monat – und das netto“, betont Bürgermeister Erwin Güsting (Mit Uns). Mario Pitz (CSL) begrüßte diese Idee, da sie helfe, „interessante Mitarbeiter für uns zu gewinnen und auch unsere erfahrenen Personalmitglieder zu halten“. Außerdem passte der Rat das Besoldungsstatut an, damit Personalmitglieder, die eine höhere Verantwortung wahrnehmen, als jene, die ihrem Dienstgrad zugewiesen ist, im Rahmen einer Vertretungszulage entsprechend entlohnt werden. Im selben Atemzug wurde auch das Verwaltungsstatut überarbeitet. Durch das Hinzufügen einer Zulage für Dienstleiter wird die Möglichkeit geschaffen, dass die Dienste durch einen Bereichsleiter sachlich und personell geleitet werden können. Der Erste Schöffe Ulrich Deller (Ecolo) bezifferte die finanziellen Anstrengungen der Gemeinde auf 100.000 Euro im Jahr.
Doch auch räumlich wird sich für die Arbeitnehmer etwas tun. 900.000 Euro investiert die Gemeinde in den Ausbau des Gemeindehauses. Die Arbeiten sollen Mitte des kommenden Jahres starten und rund ein Jahr dauern. „Hier geht es auch um das Wohlfühlen am Arbeitsplatz, doch primär um die Zugänglichkeit für den Bürger“, hebt Güsting hervor. Die Dienste für den Bürger werden allesamt im Nebengebäude angesiedelt. In einer zweiten Phase werden dann auch im Haupthaus Wände versetzt, da verschiedene Abteilungen – wie das Sekretariat – über einen akuten Platzmangel klagen. So wird der Sitzungssaal künftig dort angesiedelt sein, wo heute das Meldeamt ist. Zusätzlich wird der Eingangsbereich neu gestaltet.
Des Weiteren beschloss der Rat eine Resolution bezüglich der Hilfeleistungszone. Zu diesem Schritt sahen sich die ostbelgischen Gemeindeveranwortlichen veranlasst, nachdem die Provinz Lüttich angekündigt hatte, keinen finanziellen Verpflichtungen für die Zone 6, der heutigen Zone DG, mehr nachkommen zu wollen. Nach Angaben von Bürgermeister Güsting sei aber ein Kompromiss gefunden worden. Er verdeutlichte auch die Größenordnung der Zuwendungen, die in den nächsten Jahren von 436.000 Euro (2020) auf 1,31 Millionen Euro (2024) kontinuierlich ansteigen werden Diese Gelder seien erforderlich, um den steigenden Anforderungen in Sachen Personal und Material gerecht zu werden. Jérôme Franssen machte die Unterstützung der CSL-Opposition deutlich, unterstrich aber in diesem Zusammenhang, dass das Abkommen noch nicht in trockenen Tüchern sei und die Mittel der Provinz nicht dazu führen würden, die Gemeindedotation zu senken.
Der Tennisclub Raeren investiert in seine Infrastruktur – zum einen in die Sanierung der Außenplätze, zum anderen in die Zaunanlage. Aus diesem Grund gewährte der Raerener Gemeinderat dem Verein einen Überbrückungskredit. Dabei handelt es sich um ein zinsloses Darlehen in Höhe von 28.000 Euro für die Dauer von zwei Jahren. Einstimmig fiel auch der Beschluss, das Eupener Tierheim zu unterstützen. Die Gemeinde Raeren überweist der VoG 5.400 Euro und damit 50 Cent pro Einwohner.
Kontrovers waren die Ansichten im Raerener Gemeinderat zum Thema Videoübertragung der Ratssitzungen. Um die Bürger möglichst aktuell und maximal transparent über die Beschlüsse des Gemeinderates zu informieren, schlug Thomas Schwenken im Namen der CSL-Fraktion vor, die öffentlichen Sitzungen per Livestream auszustrahlen und auch auf der Website der Gemeinde oder einem YouTube-Kanal dauerhaft zur Verfügung zu stellen. Grundsätzlich sei er nicht dagegen, räumte Bürgermeister Güsting ein, gab aber zu bedenken, dass eine solche Übertragung professionell gemacht sein müsse und nannte eine vernünftige Bildregie als Beispiel. Auch müsse verhindert werden, dass man Sequenzen herauspicke, die dann aus dem Kontext herausgerissen im Internet die Runde machen. Schöffe Ulrich Deller (Ecolo) betonte, dass Show-Veranstaltungen vermieden werden müssten. Er sei dagegen, eine solche Frage übers Knie zu brechen. Der Vorschlag, das Thema in einer Kommissionssitzung behandeln zu wollen, wurde von allen Gemeinderatsmitglieder gutgeheißen.

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