Es war also kein Versehen. Der Satz dokumentiert die Einstellung führender belgischer Politiker ihrer Bevölkerung gegenüber: was für ein Desaster. Hätte sich Vandenbroucke nur unglücklich geäußert, könnte man noch sagen: Schwamm drüber.
Schocktherapie lässt tief in Politiker-Denkweise blicken
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Kommentare
Bei aller berechtigten Kritik über die unbedarften Äußerungen des Gesundheitsministers wird von zahlreichen Kommentatoren schon vergessen, in welcher katastrophalen Situation sich Belgien vor 5 Wochen befand und dass die verordneten Maßnahmen dazu geführt haben, dass Belgien - besser als jedes andere europäische Land - es bisher (!) geschafft hat, die 2. Welle zu brechen.
Noch ist allerdings nichts erreicht und es bleibt die Hoffnung, dass die Öffnung der nicht-essenziellen Geschäfte das Erreichte nicht wieder gefährdet.
Bilder aus Brugge und Brüssel und das anstehende Weihnachtsgeschäft lassen nichts Gutes erahnen.
Allein und nach den bisher gemachten Erfahrungen davon auszugehen, dass mit Eigenverantwortung und gesundem Menschenverstand die Pandemie zu beherrschen ist - eine Fehleinschätzung der auch der Chefredakteur des GE lange Zeit und immer wieder aufgesessen ist - ist reines Wunschdenken.
Ja, manchmal bedarf es einer Schocktherapie, um Menschen auf den richtigen Weg zu bringen. In Deutschland, wo man versucht, es möglichst Vielen Recht zu machen, geht dass Lockdown-extra-light-Konzept bisher nicht auf.
Fazit: auch für erfolgreiche Politik gibt es von den Besserwissern oftmals nur Prügel.
Nach letzten Neuigkeiten sieht sich jetzt das Kabinett des Ministers - also nicht der Minister selbst - zu einer Richtigstellung genötigt:
"Le cabinet de Franck Vandenbroucke assure que la fermeture des commerces était recommandée par les experts "
https://www.rtbf.be/info/belgique/detail_le-cabinet-de-franck-vandenbrou...
Seltsame Kommunikationsstrategie, über die man nur den Kopf schütteln kann.
Man könnte meinen, das Kabinett falle seinem Minister in den Rücken.
Aber es geht mir um etwas anderes:
"Auf die Gefahr hin, als Lakai der DG-Regierung hingestellt zu werden – da lobe ich mir, dass unsere Regierung das (Impf-)Heft in die Hand nimmt und ostbelgische Fakten schafft."
So lautet der letzte Abschnitt des Kommentars von Herrn Schröder.
Da befürchtet der Chefredakteur des GE, "als Lakai" (!) der Regierung dargestellt zu werden, wenn er eine ihrer Maßnahmen lobt?
Das lässt tief blicken. Haben inzwischen in Ostbelgien diejenigen, die schon Minister Mollers und Dr. Carlo Lejeune in die Knie gezwungen haben, ihren Einfluss auch schon bis in die Gehirne der Redakteure des GE ausgedehnt? Hoffentlich nicht.
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