Privatlabor in Merols rüstet sich für den nächsten Ansturm

„Damals waren wir völlig am Limit. Heute sind es im Durchschnitt mehr als ein Dutzend Personen, die hier täglich getestet werden. Hinzu kommt die Arbeit in heiklen Bereichen wie Altenheimen oder Behindertenstätten“, sagt der Krankenpfleger Gerd Völl, der die Niederlassungen im Medizinischen Zentrum Merols in Raeren sowie in der Eupener Innenstadt betreut. Seit Beginn des zweiten Lockdowns hat man an vielen Details gefeilt, um auf die nächste Welle noch besser vorbereitet zu sein, zumal die geplante Zusammenarbeit mit dem Eupener Krankenhaus schlussendlich nicht wie geplant zustande kam.

Ausbau der Kurierfahrten soll das Tempo beschleunigen.

Am Mittwoch ist neben dem Zentrum in Raeren ein Zelt aufgebaut worden, in dem sich nun die Teststation befindet. Diese betritt man von der Parkplatzseite her und verlässt sie durch den Garten. Ein Heizstrahler macht die Temperaturen erträglicher und soll dafür sorgen, dass die Patienten auch im Winter unter bestmöglichen Voraussetzungen getestet werden können. „Der kritische Moment ist immer, wenn der Patient zum Test die Maske abnimmt. Dann befindet man sich im besten Fall an der frischen Luft bei maximaler Belüftung“, betont der Eupener. Bislang hatte man den Test auf der Terrasse des Labors durchgeführt. Die Witterungsverhältnisse erlauben das aber nicht mehr.

Das Personal sowie Studenten der Krankenpflege und der Medizin, aber auch selbstständige Krankenpfleger(innen) tragen dafür Sorge, dass die personellen Rahmenbedingungen auch bei einem stärkeren Zulauf gegeben sind. „Unser Problem war ähnlich wie im Krankenhaus, dass die Arbeit zunahm und das Personal gesundheitsbedingt zusehends ausfiel“, erinnert sich Gerd Völl an die turbulenten Wochen. Das soll nicht mehr passieren.

Für das, was kommt, sieht man sich nun bestens aufgestellt, nachdem man auch im technischen Bereich aufgerüstet hat: „Unsere Testkapazitäten in Belgien liegen aktuell bei 1.000 pro Tag und kann im Bedarfsfall auf 2.000 erhöht werden“. Für den Fall der Fälle können noch eigene Labore in Luxemburg einbezogen werden. „In 24 Stunden, spätestens aber in 48 Stunden liegt das Resultat per SMS vor“, versichert Völl. Wartezeiten von mehreren Tagen waren zuletzt die Regel und nicht die Ausnahme. Das Ziel ist aber eine noch raschere Abwicklung: „Wir arbeiten daran, dass ab der übernächsten Woche die Testergebnisse am selben Tag übermittelt werden: Wer morgens kommt, erhält abends das Resultat“, so der 49-Jährige. Erreichen will man diesen Blitzservice binnen acht Stunden unter anderem durch einen deutlichen Ausbau der Kurierfahrten.

Bei „Laboratoires Réunies“ vertraut man den PCR-Tests mit Abstrichen im Nasen- sowie im Rachenraum. Diese werden in Belgien ausgewertet und nur bei Engpässen ins Großherzogtum geschickt. „Die Kosten bleiben für den Kunden ohnehin unverändert. Es gibt keinen Kostenunterschied mehr, da alles über Belgien abgerechnet wird“, betont Völl. Bei einer Verordnung durch den Hausarzt oder mit einem Tracing-Code werden die Kosten der Untersuchung in vollem Umfang durch die Krankenkassen zurückerstattet. Wer aber beispielsweise berufsbedingt ins Ausland will und einen Test vorlegen muss, der wird mit 46 Euro zur Kasse gebeten. Von Lockerungen zur Advents- und Weihnachtszeit geht man bei dem Privatlabor aus. „Deshalb sind wir jetzt mit dieser neuen Teststation gestartet, um uns für einen möglichen weiteren Ansturm einzuspielen“, so Völl. Neben der Einrichtung in Raeren gibt es auch noch die Teststation des Eupener Hospitals sowie eine im medizinisch-polyvalenten Zentrum am Kelmiser Kirchplatz. Die Abnahme kann auch von Ärzten und selbstständigen Krankenpflegern vorgenommen werden: „Wichtig vor dem nächsten Ansturm ist aber in erster Linie, dass die Testkapazitäten deutlich hochgeschraubt wurden und das ganze System nicht zusammenbricht“, unterstreicht der Krankenpfleger.

Abstriche nur mit gedruckter Verschreibung

Für einen optimalen Ablauf ist nach der Terminvereinbarung ein pünktliches Eintreffen wichtig. „Das heißt aber auch, dass man nicht zu früh erscheinen sollte, um unnötige Begegnungen mit anderen Menschen zu vermeiden“, so Völl. Neben der Verordnung oder dem Tracing-Code müssen der Personalausweis und Krankenkassenvignetten vorgelegt werden. „Covid-19-Abstriche werden nur mit gedruckter Verschreibung durchgeführt. Wir nehmen keine Verschreibungen per Fax, E-Mail oder Smartphone an“, erklärt unser Gesprächspartner. Auch die etwa 5.000 Pendler, die in Luxemburg versichert sind, können sich im Rahmen der „Large Scale Teststationen“ oder mit medizinischer Verordnung in Merols (Hotline Deutsch 087/22 08 00 – Französisch 0800 19 190) testen lassen.

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