Neu-Schöffin Christine Kirschfink: „Eine Aufgabe, die mich reizt“

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Christine Kirschfink legte am Donnerstag ihren Eid als Schöffin ab. | Foto: David Hagemann

„Natürlich kam das alles überraschend und ich hatte nicht damit gerechnet, aber es ist eine Aufgabe, die mich reizt und die ich gerne angehen möchte. Es fühlt sich nun auch gut für mich an“, verrät die Raerenerin.

„Wenn man von der ursprünglichen Materie jetzt mal absieht, dann ist der eigentliche Prozess doch eher unspektakulär abgelaufen“, sagt ihr Parteikollege und Erster Schöffe Ulrich Deller. Nach dem Austausch in der Ecolo-Fraktion im Gemeinderat seien weitere Gespräche in der Raerener Lokalgruppe der Grünen und mit der Regionalleitung erfolgt. Dabei sei man sehr schnell zu dem Ergebnis gekommen, dass man mit Heike Esfahlani-Ehlert als Schöffin nicht weitermachen und umgehend eine Nachfolge absichern möchte. „Und da sind wir froh, dass Christine Kirschfink sich dazu bereit erklärt hat, diese Aufgabe zu übernehmen. Diese Verantwortung in der laufenden Legislaturperiode zu übernehmen, davor haben wir großen Respekt“, betont Ulrich Deller.

Auf ein Wochenende Bedenkzeit folgte das „Ja-Wort“.

Christine Kirschfink, Jahrgang 1980, hatte sich zunächst einige Tage Bedenkzeit erbeten, da eine Zusage doch erhebliche Auswirkungen auf ihr berufliches und privates Leben hat, schließlich aber ihr „Ja-Wort“ gegeben. „Vor allem gab es mit meinem Arbeitgeber diesbezüglich einige Dinge zu besprechen und zu klären“, erklärt sie. Seit 14 Jahren arbeitet sie für das Naturzentrum Haus Ternell, dort wird sie sich nun beurlauben lassen, um ihre neuen kommunalpolitische Aufgabe angehen zu können. „Ich werde das Schöffenamt somit hauptberuflich ausfüllen“, so die „Neue“ im Raerener Gemeindekollegium.

Die Rolle als Schöffin mag für Christine Kirschfink neu sein, die Aufgabengebiete, mit denen sie sich in dieser Funktion beschäftigen wird, sind es jedoch nicht. Umfangreiches Hintergrundwissen bringt die Raerenerin logischerweise auch durch ihre langjährige Tätigkeit „auf Ternell“ mit. Schließlich gehören Themen wie Umwelt und Naturschutz zu den Königsdisziplinen des pädagogischen Zentrums. Seit sie 2018 in den Raerener Gemeinderat eingezogen ist, gehört sie den Kommissionen Umwelt, Gesundheit, Senioren, Familie und Soziales an. Jene Bereiche, die sie fortan als Schöffin federführend bearbeiten wird. „Künftig kann ich wirklich mitgestalten, richtig mitanpacken und mehr Verantwortung übernehmen“, freut sie sich. Zuerst einmal will sie sich jedoch in die Materie einarbeiten, bevor sie eigene Akzente setzen möchte. Zumal es ja auch nicht so ist, als müsste nun das Rad neu erfunden werden. „Frau Esfahlani-Ehlert ist bislang ja auch sehr aktiv im Bereich Umwelt gewesen und hat da schon vieles angestoßen“, lobt Christine Kirschfink das Engagement ihrer Amtsvorgängerin.

Dass die letzten Tage und Wochen für Ulrich Deller als „Gesicht“ von Ecolo in Raeren keine einfachen waren, liegt auf der Hand. Und doch möchte der Erste Schöffe angesichts des abrupten Endes der Zusammenarbeit mit Heike Esfahlani-Ehlert nicht im Groll zurückblicken, sondern den Blick schnellstmöglich wieder nach vorne richten.

Ulrich Deller: „Es ist nicht einfach nur ein Desaster, das wir zu bewältigen haben, sondern ich betrachte die jetzige Situation auch als eine große Chance.“

„Es ist nicht einfach nur ein Desaster, das wir zu bewältigen haben, sondern ich betrachte die jetzige Situation auch als eine große Chance. Mit Christine Kirschfink gewinnen wir im Gemeindekollegium eine junge Frau hinzu, die mit ihrem Hintergrund dafür sorgen wird, dass wir die Themen Umwelt und Nachhaltigkeit noch mal aus einem anderen Blickwinkel sehen und eine neue Wahrnehmung schaffen können“, zeigt sich Ulrich Deller überzeugt.

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