BVB gegen FCB: „Leckerbissen für alle“ im Gipfel der Giganten

<p>Die Bayern (Javi Martinez, hinten) haben die letzten drei Ligaduelle mit dem BVB (Julian Brandt) bei insgesamt 10:0 Toren allesamt gewonnen.</p>
Die Bayern (Javi Martinez, hinten) haben die letzten drei Ligaduelle mit dem BVB (Julian Brandt) bei insgesamt 10:0 Toren allesamt gewonnen. | Foto: belga

Heißer Herausforderer in Bestform gegen unersättlichen Allesgewinner – neue Stabilität und das Torphantom Erling Haaland machen Borussia Dortmund vor dem Gipfel der Giganten Mut für einen Coup gegen Bayern München. „Die Bayern werden Respekt haben“, sagte BVB-Lizenzspielerchef Sebastian Kehl vor dem weltweit beachteten „Leckerbissen für alle“ am Samstag (18.30 Uhr).

Respekt: ja. Angst aber: keineswegs. Warum auch? Erfahrung, Statistik und die höhere Zahl der „Entscheidungsspieler“ sprechen für den FC Bayern. „Wir spielen schon sehr erfolgreich Fußball, die letzten Wochen und Monate waren herausragend“, sagte Trainer Hansi Flick vor seinem „Leckerbissen“-Spruch, er warnte aber auch: „Wir müssen komplett bei 100 Prozent sein.“

Der BVB tritt zum Bundesliga-Topspiel mit dem Selbstbewusstsein aus vier Zu-Null-Siegen in Serie an. Er setzt auf die Rückkehr seines Anführers Mats Hummels – und darauf, dass Haaland im Duell der Super-Torjäger Robert Lewandowski mit dessen sensationellen zehn Toren in fünf Ligaspielen aussticht. „Wir wissen, dass wir zu Hause gegen Bayern gewinnen können. Das haben wir mehrfach bewiesen. Das ist auch das Ziel für Samstag“, sagte der Dortmunder Innenverteidiger Manuel Akanji. Hoffnung gibt auch eine Niederlage: jene im Supercup (2:3) beim Münchner Triple-Gewinner. „Ähnlich mutig“ aufzutreten, ebne den Weg zum Sieg, sagte Kehl: Der BVB habe die Bayern „immer wieder bedroht“ und sie mit tiefen Läufen gefährdet: „Das wird ein Mittel, um sie zu schlagen.“

Der Rekordmeister kämpft an mehreren Fronten mit Unruhe. Die langwierige Diskussion um David Alaba, mit dem die Vertragsverhandlungen abgebrochen wurden, und (falsch) positive Coronatests – erst Serge Gnabry, dann Niklas Süle, nun Joshua Zirkzee – haben aber bisher nicht auf die Ergebnisse durchgeschlagen. Es sei doch schön, „dass sich ein bisschen was rührt bei uns und wenn es knistert“, sagte Thomas Müller mit Verweis auf alte FC-Hollywood-Zeiten. Ohnehin haben die Bayern die letzten drei Ligaduelle mit dem BVB bei insgesamt 10:0 Toren allesamt gewonnen. Die vier Treffer in der Schlussviertelstunde bei RB Salzburg (6:2) beim 14. Champions-League-Sieg in Folge sprechen auch nicht für übergroße Müdigkeit. Allerdings könnten ähnliche Defensiv-Wackler wie in Salzburg gegen Haaland, Jadon Sancho oder Marco Reus extrem gefährlich werden. „Da haben wir Luft nach oben“, sagte Flick.

Der Erfolgstrainer war in der Liga am 9. November 2019 mit einem 4:0 gegen den BVB gestartet, er hat in fast exakt einem Jahr Amtszeit von 48 Spielen 44 gewonnen (ein Unentschieden, drei Niederlagen) und fünf Titel geholt. Sein Profil schärfte er mit klaren Aussagen unter anderem in der Causa Alaba. Der Österreicher wird neben Jerome Boateng in der Innenverteidigung spielen. Süle befindet sich trotz eines weiteren, negativen Coronatests noch in häuslicher Isolation.

Flicks Gegenüber Lucien Favre, beim BVB bisher ein erfolgloser Titeljäger, schaute bis zuletzt bang auf Mats Hummels, dessen Rückkehr nach Oberschenkelverletzung ein Wettlauf mit der Zeit ist. Der Abwehrchef ist als Stabilisator, emotionaler Leader und Torschütze bei Standards schwer verzichtbar. Doch auch ohne ihn, und mit Axel Witsel in ungewohnter Rolle als Innenverteidiger, stand der BVB am Dienstag gegen Brügge extrem sicher. (sid/tf)

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