Bürgermeister Erwin Güsting (Mit Uns) bittet um Verständnis, da es sich um eine Großbaustelle handelt. „Diese ist sehr komplex, sie lebt, und das heißt, jederzeit kann sich die Situation ändern. Dies ist auch schon des Öfteren der Fall gewesen.“ Als Beispiele werden „die unterschiedlichsten Leitungen, die nicht in den existierenden Plänen eingezeichnet sind“ genannt oder Gesteinsarten, die ein nicht vorher planbares Vorgehen erfordern. Auch sei man auf Wasserquellen gestoßen, die entsprechend abgeleitet werden mussten. Außerdem gab es ein Gasleck, das zur Evakuierung der Bewohner im Umfeld von 100 Metern führte und einiges mehr.
„Diese unkalkulierbaren Begebenheiten unterbrechen oder verändern immer wieder den geplanten Arbeitsfluss. Daher ist es uns leider nicht möglich, jederzeit den aktuellsten Stand der Dinge zu kommunizieren! Manchmal ist schnelles Reagieren prioritär“, so Güsting.
Man wolle aber den Informationsfluss dahingehend verbessern, als dass auf der Internet- und Facebookseite der Gemeinde regelmäßig und bei Veränderungen der aktuellste Stand der Durchfahrtmöglichkeit mitgeteilt werde. Die direkt betroffenen Anwohner werden jeweils persönlich von dem vor Ort aktiven Unternehmer informiert, so das Versprechen.
„Generell ist es vielleicht auch nicht unwichtig, sich noch einmal den Anlass der Erneuerung der Hauptstraße in Raeren vor Augen zu halten. Es handelt sich um ein Projekt der Abwassergesellschaft AIDE und der Versorgergesellschaften, das über lange Jahre geplant, verschoben, wieder neu geplant usw. wurde“, erinnert der Bürgermeister.
In einer Zwischenbilanz wird erklärt, dass die Arbeiten an der Baustelle ursprünglich im Mai 2018 beginnen sollten. Dieses Datum konnte wegen der Verlegung von zwei Gasleitungsquerungen in der Hauptstraße nicht eingehalten werden. Die Arbeiten haben daher erst am 23. August 2018 begonnen, wie in dem Schreiben zu lesen ist.
Anstelle von 250 Arbeitstagen mussten bereits 425 Arbeitstage für das Projekt genehmigt werden.
Der Rückblick erläutert weiter: „Anfänglich waren 250 Arbeitstage für das gesamte Projekt vorgesehen, wobei 60 Arbeitstage für das Kanalisationsprojekt, 70 Arbeitstage für die Versorgerleitungsarbeiten und 120 Arbeitstage für das Straßenprojekt bestimmt wurden. Die angegebenen 60 Arbeitstage für das Kanalisationsprojekt waren aber nur einzuhalten, wenn von beiden Seiten der Hauptstraße aus gearbeitet würde. Um die Zufahrt für die Anwohner und die Kunden zu den Geschäften weitestgehend zu gewährleisten, wurde beschlossen, das Kanalisationsprojekt in zwei Phasen einzuteilen. Dies bedurfte jedoch zusätzlicher 45 Arbeitstage. Während der Arbeiten in Bezug auf die Hausanschlüsse stellte sich heraus, dass diese Anzahl aus dem Lastenheft nicht stimmte. Es ergab sich sogar die doppelte Anzahl. Hier bestand die Baufirma auf zusätzliche Arbeitstage. Parallel zu diesen Überlegungen gab es bereits Diskussionen über die veranschlagten 70 Arbeitstage für die Versorgerleitungsarbeiten. Aus den Rückmeldungen der Versorgungsunternehmen ergab sich, dass diese vom Studienbüro kalkulierten Tage nur für die Aushubarbeiten zählen würden und nicht für die Verlegung der Versorgerleitungen an sich. Hierfür wurden im Laufe des Projektes 50 weitere Arbeitstage hinzugefügt. Bereits eine Woche nach Beginn der Arbeiten wurde festgestellt, dass Höhenangaben im Kanalisationsplan nicht stimmten und eine alte, noch funktionsfähige Proximus-Leitung die Arbeiten behinderte. Das Kanalisationsproblem konnte nur durch die Einrichtung einer zusätzlichen Kontrollkammer auf Höhe der Kreuzung Titfeld gelöst werden. Dies bedurfte ebenfalls zusätzlicher Arbeitstage.“
Hinzu kam die bereits erwähnte Blausteinader zwischen Haus Titfeld (Rotes Kreuz) und Haus Bergscheid, die zu Komplikationen führte. Eine Wasserquelle auf Höhe Bergscheid habe das Projekt dann vor neue Herausforderungen gestellt. Im Sommer wurde gegen den Staub angekämpft. Die Verringerung des Verkehrsgeschwindigkeit auf 20 km/h, die Bewässerung der Straße und die Verlegung einer provisorischen Asphaltschicht waren Lösungsansätze.
Dann machte Corona dem Bauvorhaben einen Strich durch die Rechnung. Die Arbeiten mussten vom 18. März bis zum 30. April ruhen.
Güsting rechnet daher auf: „Zum jetzigen Zeitpunkt, mussten anstelle von 250 Arbeitstagen bereits 425 Arbeitstage für das Projekt genehmigt werden, wovon bisher 327 Arbeitstage verwendet wurden. Weitere Arbeitstage für die Blausteinader, Zusatzarbeiten der SWDE, Hausabwasseranschlüsse usw. müssen mit den Bauunternehmern ausgehandelt werden.“
Eine große Hürde stehe im Kreuzungsbereich Hauptstraße/Eynattener Straße in den kommenden Monaten noch bevor, da die Neustraße und die Burgstraße überquert werden müssen. Dennoch lautet die Prognose: „Insofern es zu keinen weiteren Schwierigkeiten kommt, sieht es aktuell so aus, dass das Kanalisations- und Straßenprojekt für Ende Sommer 2021 abgeschlossen sein könnte.“ (red/nawi)

Kommentare
Kommentar verfassen