In den Orten Herzogenrath, Aachen, Roetgen, Simmerath und Hellenthal setzen Künstler und Künstlerinnen zusammen mit Jugendlichen, Kindern und Menschen aus sozialen Einrichtungen Teile des Westwalls temporärer in Szene setzen. Ziel ist es, gemeinsam an allen fünf Orten ein buntes Zeichen zu setzen für eine offene und tolerante Gesellschaft. Der Westwall, einst gebaut, um benachbarte Feinde abzuhalten, wird an diesem Sonntag zum „Treffpunkt von Freunden.“
Eine Chance für die Natur und eine Möglichkeit für eine lebendige Erinnerungskultur?
Was bewirkt diese in Beton gegossene Erinnerung heute noch? Eine Chance für die Natur und einen Möglichkeit für eine lebendige Erinnerungskultur? „Drachenzähne – in Farbe“ nähert sich diesen Fragen auf einem künstlerischen Weg. Der anstehende 13. September, der „Tag des Denkmals“, steht unter dem Motto „Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu denken.“
In Roetgen eröffnet „Traumsteine“ um 13.30 Uhr in der Nähe des Filterwerks auf der Straße nach Rott das Programm. Kinder aus Roetgen und Eupen (Kinder-Malgruppe) sowie Jugendliche aus der Jugendwerkstatt in Stolberg verwandeln die Höcker gemeinsam mit der Eupener Künstlerin Jana Rusch in „bunte Traumsteine.“ Der Mitmach-Zirkus „Clap“ zeigt Seifenblasenkunst und lädt dazu ein. Die Kinder der OGS Roetgen haben kleine bunte Traumkoffer gepackt, mit denen sie an keiner Grenze scheitern würden. Die Musik dazu besorgt Renate Schuppener. Der Heimat- und Geschichtsverein Roetgen (HeuGeVe) informiert über die geschichtlichen Ereignisse.
Das GrenzEcho erfuhr von der Eupenerin Jana Rusch, dass sie sich als professionelle Kunstmalerin mit visionären Landschaften und Visionen des menschlichen Lebensraumes in einem guten Übermorgen beschäftigt. So führt sie mit ihren großformatigen Arbeiten eine heute überaus aktuelle Diskussion über ein globales und heute so dringend notwendiges Umdenken in Bezug auf die Nutzung der Erde als Ganzes. Sie nennt diese Werke „Inner Green Fields“, versteht sie als eine Art Diskussionsgrundlage für die menschliche Daseinsform auf der Erde und eine Einladung für die Entwicklung von eigenen Ideen. In diesem Sommer haben zahlreiche Kinder und Jugendliche an der Kreation ihrer Träume, Hoffnungen und Visionen für sich selbst und die Erde als Ganzes gearbeitet. Rund 40 Arbeiten seien entstanden, hieß es. „Mir war es sehr wichtig, die Kinder ganz frei agieren zu lassen. Die tiefe inhaltliche Beschäftigung mit dem Thema stand absolut im Vordergrund“, so die Eupener Künstlerin. Sie hat es als ihre Aufgabe verstanden, die bunten und vielfältigen Kunstwerke der 15 Kinder aus Eupen, der 20 aus Roetgen und der sieben Jugendlichen aus Stolberg zu einem Gesamtkunstwerk zu vereinen. Entstanden seien „Traumsteine“: Vielschichtig, lebensfroh, voller Ideen und Hoffnung. Die „Traumsteine“ seien gleichzeitig die erste Außeninstallation der „Inner Green Fields“: „Mit dem Westwall haben wir einen Ort für diese Ausstellung, der nicht spannender sein konnte“, sagt Jana Rusch. Sie freut sich ganz besonders auf die Präsentation in Roetgen.
Die Auftaktveranstaltung steht bereits am kommenden Samstag, 12. September, in der Nikolauskirche in Aachen (Großkölnstraße) auf dem Programm. Esther Bejarano kommt zusammen mit der „Mcrophone Mafia“ in die Kaiserstadt. Die 96-jährige Dame nutzt ihre noch kraftvoll und starke Stimme, um mit Gesang und Erzählungen an die Schrecken der Nationalsozialisten und an ein Lager, in dem Millionen Menschen den Tod fanden, zu erinnern. Esther Bejarano überlebte das KZ-Lager in Auschwitz, weil sie dort im Frauenchor Akkordeon spielte. Ein Zitat von ihr: „Diese Befreiung war nicht nur für die Menschen eine Befreiung, die in den Kz gesessen haben, sie war für alle Menschen eine Befreiung.“
Die fünf Orte, an denen Veranstaltungen stattfinden, sind in Herzogenrath „Käfer“, Roermonder Straße 354, hinter dem ABK-Hilfswerk; in Aachen „Frozen in History & Grenzlage“, Aachener Wald, Rotsiefenweg und „kukuk“, Eupener Straße; in Roetgen „Traumsteine“ am Filterwerk; in Simmerath „Begegnung“ an der Höckerlinie, Schranke Vennchesweg (Bekommt Simmerath eine neue Höckerlinie?), in Hellenthal „African Picknick“, am Wanderparkplatz Hollerather Knie.

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