Sind Corona-Regeln unnötig streng?

<p>Mathias Dewatripont, einflussreicher Ökonom</p>
Mathias Dewatripont, einflussreicher Ökonom | Foto: belga

In Belgien wächst zunehmend die Kritik an den Corona-Schutzmaßnahmen. Sie seien zu streng, sagen vor allem französischsprachige Virologen, die somit flämischen Experten wie Marc Van Ranst und Steven Van Gucht widersprechen.

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Kommentare

  • Leider einige Unklarheiten: was will der Ökonom? Was sind seine Vorschläge außer dem sehr allgemeinen Hinweis auf die Wichtigkeit eines "ausgewogenen Krisenmanagement(s)", ohne Erklärung, wie dieses aussehen sollte ( außer dem Hinweis auf die Priorität der Schulen -- was diese allerdings mit dem UNMITTELBAREN Nutzen oder Schaden für die Ökonomie zu tun haben, erschließt sich mir nicht ).
    Dann der Hinweis auf das Virus als tödlich für die Wirtschaft,( obwohl, wie er anmerkt, 90 % der Verstorbenen über 65 Jahre alt waren, also großteils nicht unmittelbar in den Arbeitsprozess aktiv eingebunden und deren Tod nicht direkt "wirtschaftlich schädlich", sozusagen.? ) Nach seiner Interpretation scheint der wirtschaftliche Schaden aus der Angst der Bevölkerung herzurühren, wenn ich das richtig verstehe? Gleichzeitig steht aber gerade in diesem Zusammenhang sein Hinweis auf die Sterberate fast ausschließlich von älteren Menschen und der ( irrationalen ? ) Angst der im Wirtschaftsleben produktiv Tätigen. Was will der Ökonom uns damit sagen ? Hat er Ideen / Lösungsvorschläge für die Politik, wie sie sich am besten verhalten soll?
    Tatsächlich gibt es ja eine Studie der Universität Cambridge, dass ohne Lockdown der wirtschaftliche Schaden möglicherweise größer wäre, ( habe ich in einem früheren Kommentar erwähnt), aber die Begründungen dort sind ganz andere.

    Es verwundert auch seine Aussage:" Ökonomen sind sich einig" --- das wäre die erste Gruppe in der Wissenschaft und im Expertenwesen, wo eine absolute Einigkeit bestünde (von den sehr verschiedenen Schulen der Wirtschaftswissenschaften = man beachte hier den Plural ! abgesehen )--- die hic et nunc plötzlich alle einig sind ? Verstehe ich nicht, ist in den Wissenschaften gleich welcher Couleur absolut ungewöhnlich.

    Ist dieses Interview eventuell gekürzt und / oder übersetzt worden , so dass manche Unklarheiten sich daraus ergeben ?

  • Mathias Dewatripont: „Wir vergleichen zu viel mit dem Zeitraum März-April. Ich halte einen internationalen Vergleich für besser. Und da schneidet Belgien nicht gut ab.“

    Nun ja, so sind sie, die Experten. Sie picken sich die Zahlen raus, die ihnen am besten in den Kram passen. Wäre ich ein Pharma-Lobbyist, würde ich es genauso machen, und die Länder auf einen unsäglichen Wettstreit einschwören: „Wer ist der beste Corona-Bekämpfer?“ Und das Land, das die Mindestvirenabschussquote nicht schafft, muss in den Lockdown. Man kann sich leicht ausrechnen, wie dadurch Preis und Nachfrage für die Wunderwaffe (Impfstoff) befeuert würde.

    Ich finde, es wird höchste Zeit, dass die Länder diesem Wettkampf den Rücken kehren und sich für eine neue Disziplin begeistern, nämlich dem Wettstreit um die schnellste und umfassendste Wiederherstellung der Grundrechte.

  • Clemens Fuest, Präsident des renommierten „ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München”, kommt in seinem neuen Buch „Wie wir unsere Wirtschaft retten – der Weg aus der Corona-Krise" im Wesentlichen zu den gleichen Schlüssen wie Dewatripont.

    Er bekräftigt zudem Dewatriponts Aussage, dass nicht in erster Linie die Corona-Maßnahmen bzw. Lockdowns der Wirtschaft Schaden zufügen, sondern das Virus selbst und wie es das Verhalten bzw. Konsumverhalten der Menschen ändert.

    Dies sollte auch allen Freiheitskämpfern zu denken geben, die glauben, durch ein Zurückfahren der Corona-Maßnahmen ihre „ihnen zustehende Freiheit“ wiederzuerlangen. Diese und ein größtmögliches Maß an „Normalität“ im täglichen Leben wird nur dann zu erreichen sein, wenn wir es schaffen, das Virus - wie auch immer - weitestgehends zurückzudrängen.

    Wer sich stattdessen auf Nebenkriegsschauplätzen der Verteidigung von Freiheit und Grundrechten fokussiert, vergisst, dass Beides ohne verantwortungsbewusstes gesellschaftliches Verhalten nicht zuhaben ist.

    Durch Leugnen, Verharmlosung oder gar den Aufruf, die Corona-Verhaltensregeln über Bord zu werfen oder zu missachten, tragen die „Freiheitskämpfer“ selbst dazu bei, dass die ihre individuelle Freiheit in weite Ferne rückt.

    Und dies ganz unabhängig von staatlich angeordneter „Gängelung und Knechtung“.

    Ein Albert Einstein in den Mund gelegtes Zitat lautet:
    „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.»

  • Sehr geehrter Herr Leonhard,

    WANN ist denn "weitestgehends zurückgedrängt" erreicht? Hatt Herr Fuest diese alles entscheidende Frage in seinem Buch beantwortet?

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4 Comments