Edmund Ahn forscht seit 1997 nach seinen ostbelgischen Vorfahren

<p>Familie Bartholemy und Ahn aus Hauset. Diesen Vorfahren ist Edmund Ahn auf der Spur.</p>
Familie Bartholemy und Ahn aus Hauset. Diesen Vorfahren ist Edmund Ahn auf der Spur. | Foto: privat

„Unsere fünf Kinder sind 1961 bis 1968 hier in Augsburg geboren und aufgewachsen. Da blieb nicht viel Zeit, um Familienbesuche ins Grenzland um Aachen zu machen. Schon zu dieser Zeit hatte ich die Idee, Ahn-Forschung zu betreiben, um den Kindern die zahlreichen Verwandten näher zu bringen. Seither ist viel Zeit vergangen, angefangen habe ich nach meinem Renteneintritt im Jahr 1997“, fasst Edmund Ahn die Entstehung kurz und knapp zusammen.

In die Ahn-Forschung investiert Edmund Ahn viel Zeit.

Ein Blick auf seinen Lebensweg lässt die Hintergründe derweil besser verstehen. Am 13. Mai 1935 wurde Edmund Ahn als zweiter Sohn von Laurenz Hubert Jakob Ahn und Elise Maria Hubertine Bartholemy in Aachen geboren. Aufgewachsen ist er in Aachen und zeitweise bei seinen Großeltern Edmund Wilhelm Eleuther Bartholemy und Maria Josephina Gudula Merlotte in Hauset. Ganz genau erinnert sich Edmund Ahn an den Weg von Aachen nach Hauset: „Meine frühen Erinnerungen sind natürlich auf Hauset bezogen. Von Köpfchen ging es durch die Flög, vorbei am Geburtshaus meines Vaters, und zwei seiner Geschwister in Hauset-Heide.“

Unvergessen bleiben auch andere Orte in Hauset: „In der Kirchstraße 64 in der Dorfmitte, gegenüber von Schule und Kirche war die Wasserversorgung des Dorfs, eine Schwengelpumpe. Der große Garten hinter dem Haus – hier war das Herzhäuschen, das Plumpsklo. Daneben ein riesiger Münsterbirnen-Baum und die Kusinen und Vettern der Familie Knott-Bartholemy. Die Göhl, hier direkt an der Brücke. Dort wohnte Onkel Heinrich Bartholemy-Hohenberg mit Kindern. Die Griskullen, die selbstgebaute Schifflein erproben.“ Sein Großvater besuchte gerne die eine oder andere Kneipe: Gaststätte Gatz mit Schützenbaum, Gaststätten Kockartz Heinrich und Julius und die Waldburg Adamski kurz vor Hergenrath. In Hauset erlebte Edmund Ahn den Einzug der Amerikaner auf dem Hof Boffenrath in der Asteneterstraße 1944. Es habe sich so angefühlt, als habe er seine Geburtsstadt den Amerikanern verkauft: „Ich tauschte ein Reklamheftchen über Aachen gegen Amerikanische Hartkekse in Blechdosen. Von Hergenrath aus schossen die Amerikaner mit schweren Geschützen über den Stadtwald hinweg.“

Diese Geschichten sowie Raeren-Sief, Eupen und die Stauseen, das Hohe Venn und die Göhl kennen auch seine Kinder. Jedoch fühlen sie sich selbst als Bayern: „Obwohl sie von der Abstammung her Ostbelgier sind. Meine Frau Katharina Herbertz kommt aus Eynatten-Lichtenbusch“, lacht Edmund Ahn und fügt an: „Das akzeptiere ich gerne. Augsburg ist ihre Heimat. Die den Grenzbewohnern typische Aufgeschlossenheit haben sie geerbt.“ Er selbst kam nach seiner Schul- und Studienzeit 1957 nach Augsburg und arbeitete dort beim Flugzeughersteller Messerschmitt. Seine zehn Enkel und zwei Urenkel sind allesamt in Augsburg geboren.

In die Ahn-Forschung investiert Edmund Ahn viel Zeit. Seit 1997 kommen dennoch immer wieder dieselben Fragen auf: Wie und wo fange ich an? Wo gibt es diese Daten? Wir komme ich an diese Daten? Wie speichere ich sie? Welches Computerprogramm ist geeignet? Um darauf und auf die familiengeschichtliche Fragen Antworten zu erhalten, ist er dem genealogischen Verein „Groupement Généalogique de Henri-Chapelle et Environs“ beigetreten: „Meine Vorfahren lebten teilweise auch im französischen Landesteil, zum Beispiel Ensival. Der Erfahrungsaustausch und die Anregungen der Mitglieder haben mir sehr geholfen. Und auch das GrenzEcho: Dem entnehme ich Familienanzeigen und damit aktuelle Daten.“ Einen besonderen Dank möchte Edmund Ahn in diesem Zusammenhang noch loswerden: „Johann Ahn und Norbert Cormann aus Lontzen, Alfred Bertha aus Hergenrath, Michael Brammertz aus Prüm, Erwin Broich aus Kelmis, Albert Creutz und Edgar Paulus mit Familie aus Eupen sowie Carl Arnold De Broich und Francois Hick aus Montzen haben mir durch ihre eigenen Arbeiten, Bücher und Aufzeichnungen sehr geholfen.“

Recherchen, die für die Verlegung von Stolpersteinen in Erinnerung an NS-Opfer hilfreich sind.

Der 85-jährige Edmund Ahn betreibt die aufwändige Forschung vor allem der Familie wegen, weshalb sie grundsätzlich der Familie vorbehalten bleibt: „So kann jeder für sich herausfinden, mit wem er verwandt oder verschwägert ist.“

Doch eine Ausnahme macht der Ostbelgier gerne, wenn es darum geht, Projekte zu unterstützen. So flossen auch seine Dokumente ins Heimatbuch Hauset (Herausgeber Walther Janssen) und stützen notwendige Recherchen, die für die Verlegung von Stolpersteinen in Erinnerung an die Opfer der NS-Herrschaft notwendig sind.

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