Er werde in Beirut Gespräche mit den lokalen Behörden sowie der Zivilgesellschaft führen, erklärte Goffin der Nachrichtenagentur Belga am Samstag. Neben Soforthilfen, die zuletzt bei einer internationalen Geberkonferenz am Sonntag gesammelt wurden, brauche der Libanon darüber hinausgehende wirtschaftliche Hilfen, so Goffin. Diese könnten aber nur fließen, wenn auch Reformen, die seit langem angekündigt seien, eingeleitet würden.
Auf der Geberkonferenz, die von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron organisitert wurde, hatte Belgien in Person von Vizepremierminister Alexander De Croo(Open VLD) eine Soforthilfe in Höhe von fünf Millionen Euro zugesichert.
Der eintägige Besuch von Goffin, der einen humanitären Hilfsflug begleiten wird, soll die Bereitschaft Belgiens zum Ausdruck, „an der Seite der Libanesen zu stehen“, gab der MR-Politker gegenüber Belga zu verstehen.
Nach der Explosion in Beirut und Gewalt bei Protesten gegen die Regierung des Libanons gaben zuletzt mehrere Kabinettsmitglieder ihre Ämter auf. Viele Libanesen machen die Regierung für die Explosion im Beiruter Hafen mit mindestens 160 Toten und mehr als 6.500 Verletzten verantwortlich. Der libanesische Regierungschef Hassan Diab kündigte an, seinem Kabinett vorgezogenen Neuwahlen vorzuschlagen.
Die Explosion, die sich am 4. August ereignete, soll durch große Mengen der hochexplosiven Chemikalie Ammoniumnitrat verursacht worden sein. Nach libanesischen Regierungsangaben waren diese über Jahre ohne Sicherheitsvorkehrungen im Hafen gelagert worden. Die Ermittlungen zur Ursache der Katastrophe laufen noch.(dpa/belga/calü)

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